Full text : Die Invasion der Franzosen in Saarbrücken im August 1870

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gemeldet,  auch  der  General  Frossard  und  Chargarnier
zu  gleichem  Zwecke  hier  ein,  genau  drei  Monate  nach
dem  Tage,  seitdem  Kaiser  Napoleon  seinem  Kinde  hier
auf  unseren  Höhen  die  sogenannte  Feuertaufe  geben
ließ,  indem  der  Knabe  die  erste  Granate  auf  unsere
Schwesterstadt  St.  Johann  abfeuern  mußte.  Die
Heldenthat  eines  mißbrauchten  Kindes  und  der  kurz
nachher  erfolgte  ungehinderte  Einfall  in  Saarbrücken
—  es  waren  die  einzigen  Irrlichter  in  dem  Dunkels
das  sich  über  das  untergehende  Kaiserreich  ausbreitete.
In  der  Nacht  vom  26.  Nov.  ant  den  27.  kam
die  gefangene  Garnison  der  Festung  Thionville  hier
durch,  um  in  Deutschland  internirt  zu  werden.
Der  Privatverkehr  auf  der  Bahn  stockt  fast  gänzlich.
  Proviant-  und  Munitionszüge  gehen  unaufhörlich
nach  dem  Kriegsschauplatz  hier  durch.  Am  11.  Dez.
trafen  6000  Mann  Landwehr  ein,  ebenso  eine  große
Anzahl  Geschütze,  welche  für  Paris  bestimmt  waren.
Ebenso  geht  viel  erobertes  Kriegsmaterial  ans  Frankreich
  hier  durch.  Die  famosen  Mitraillensen  erregen
die  Aufmerksamkeit  des  Publikums  im  hohen  Grade.
Am  Sonntag  den  11.  fand  in  der  hiesigen
Schloßkirche  ein  von  dem  Saarbrücken-St.  Johanner
Gesangverein  veranstaltetes  Concert  zum  Besten  bedürftiger
  Familien  von  Wehrleuten  und  Reservisten
des  Kreises  statt  unter  Leitung  des  Mnsikdircctors
Herrn  Krause.  Es  war  ein  schönes  Concert  und  sehr
zahlreich  besucht'  für  Jedermann  scheint  es  wohlthuend
zu  sein,  wieder  einmal  auf  Augenblicke  den  lieblichen
Apollo  an  Stelle  des  ernsten  Kriegsgottes  herrschen  zu
sehen.
Am  16.  Dezember  kam  die  gefangene  Besatzung
von  Montmedy  hier  durch,  um  nach  Neu-Ulm  gebracht
zu  werden.  Die  Gefangenen  gewährten  in  ihren  bunt-
            
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