Full text: Wissen und Denken

64 
IV. Das Natur wirkliche. 
heitsverkettung könnte durch einen Begriff (und durch ein 
Wort) festgehalten werden, denn gesetzt kann alles werden, 
was keinen Widerspruch enthält; aber es „lohnt“ sich nicht, 
alles beliebige irgendwo und irgendwann einmal Verkettete 
zu „setzen“. In diese unsere Darlegung ist die Behauptung 
eingeschlossen, daß „Begriffe“, wenigstens für die reine Logik, 
nichts Daseiendes sind, was „erforscht“ wird, sondern das 
sie eben, obschon nicht tuend, gesetzt werden. Begriffe über¬ 
haupt und in völliger Beliebigkeit sind das erste, die bloße 
Definition „macht“ sie. Naturdingbegriffe sind das zweite; 
sie sind gemacht, wo und wann es sich der Ordnung halber 
„lohnt“. Als Lehre vom Primate des formalen Begriffs 
mag diese Lehre bezeichnet werden. 
Freilich soll unsere Lehre vom Primat des formalen 
Begriffs nun nicht bedeuten, daß Begriffe ganz unabhängig 
vom Etwas, welches Ich habe gesetzt werden; das zu sagen 
wäre ein Widersinn. Haben wir doch sogar die allerallge¬ 
meinsten ürdnungsbedeutungen, wie dieses, bezogen, angesichts 
des Gegebenen erstehen lasse und in diesem Sinne gesagt, 
des in allem Logischen ein alogischer Bestandteil sei. Im 
Etwas, an der Hand des Etwas wird gesetzt; aber das Etwas 
ist auch „gegeben“ und zwar so gegeben, wie es nun ein¬ 
mal ist. Insofern, aber nur insofern, wird durch jede 
Setzung vom Ich ein Etwas ordnungshaft „betroffen“. Dieses 
Betreffen einer Gegebenheitssonderheit nun wird in der Natur¬ 
logik allerdings ganz besonders deutlich: Ich könnte alles 
beliebige begriffshaft setzen als einen Begriff, was ich irgend¬ 
wann einmal beieinander erlebe; in diesem Sinne haben wir 
soeben gesagt, daß sogar „jedes Beliebige an Erlebtheitsver- 
kettung“ durch einen Begriff festgehalten werden könne. 
Daß sich das nicht „lohnt“ um der Ordnung willen, das 
liegt eben am gegebenen Etwas; und zumal tritt dieser
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.