Full text: Die Krise des Idealismus

Sie sind keine Realitäten oder aber: Sie sind Reali¬ 
täten, nur eben solche geistiger, ideeller Art. Jede 
Wirklichkeitslehre hat schon insofern, als sie eine 
„Lehre“, eine Wissenschaft ist, einen Bezug zum Idea¬ 
lismus. Ferner läßt sich das, was „Wirklichkeit“ sinn¬ 
haft ist, nur von der Warte des Geistes und nicht von 
der sogenannten Tatsache aus bestimmen, l'm der 
Erkenntnis der Erscheinungen willen muß sich die 
Erkenntnis in das Reich des Geistes, in das Reich der 
Ideen erheben oder anders ausgedrückt; Ohne Einbe¬ 
ziehung in das Reich der Ideen bleibt jede 1 at- 
sache ein unerkennbares X. Daß sie ist und was sie 
ist, bleibt immer bestimmt durch die schöpferische 
Tat des Geistes, auf die der Idealismus alles Sein be¬ 
gründet. Wenn ich von einer Erscheinung spreche, 
so ist damit viel mehr als eine einfache Feststellung 
vollzogen. Im Begriff der Erscheinung, der Gegeben¬ 
heit, der Tatsache usw. steckt immer der Gedanke an 
eine Aufgabe, an ein Problem. Ferner steckt in ihm 
eine Wertung, eine Deutung. Und diese Wertung und 
Deutung erfolgt immer von der Grundlage und unter 
der Leitung des Idealismus. 
b) Der idealistische Mut zur Konstruktion. 
In enger Verbindung mit dem idealistischen Zug 
zur Systematik steht der ebenfalls idealistische Zug 
zur Konstruktion. Aber während die Systematik mehr 
Idee und Voraussetzung, mehr Forderung und Plan 
bedeutet, stellt die Konstruktion den Weg der Erfül¬ 
lung dieser Forderung dar. Das heißt; Sie ist die 
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