Full text: Logik

I. Einleitung. 
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§ 3. Formelemente der Erkenntnis. 
Die ganze Arbeit der Erkenntnis besteht in Denken. 
Das Denken vollzieht sieh in Aussagen. Also muß in der 
allgemeinen Form der Aussage die allgemeine Form der 
Erkenntnis sich irgendwie ausdrüoken. Die allgemeine 
Form der Aussage ist die Scheidung und zugleich Ver¬ 
bindung von Subjekt und Prädikat durch die Kopula. Das 
Subjekt bezeichnet das zu Bestimmende, das Prädikat die 
Bestimmung ihrem Inhalt nach, die Kopula den Vollzug der 
Bestimmung oder die Setzung des Prädikats in Beziehung auf 
das Subjekt. Diese Grundform der Aussage nun ist allein 
verständlich im Hinblick auf den Stufengang der Erkenntnis: 
für sie ist das Subjekt allemal ein in fraglicher Rücksicht 
noch nicht Bestimmtes, und kommt die Bestimmung als 
etwas Neues erst hinzu; das „ist“ der Kopula besagt: es wird 
erkannt als das und das. Aber auch die Grundprädikationen 
selbst sind eigene Schöpfungen der Erkenntnis und aus der 
eigenen Gesetzlichkeit des Erkenntnisprozesses allein zu 
verstehen. So 1. die numerische Einheit, die unbestimmte 
Mehrheit und die bestimmte Zahl. Was als numerisch 
Eines aufzufassen sei, ist nicht durch das Gegebene schlecht¬ 
weg, sondern durch den Gesichtspunkt unseres Denkens 
bestimmt; ebenso die Verbindung der Einzelnen in einer 
Reihe, die Zählung. Die ganze Akzentuierung und Diskretion, 
welche die Voraussetzung der Zählung bildet, ist nicht ge¬ 
geben, sondern Leistung der Erkenntnis. Vollends existiert 
2. die Größe des Stetigen nur kraft der Vergleichung. Erst 
die Gleichung Ax — A2 = A3 = ... ermöglicht es, A als be¬ 
stimmte Grösse zu denken. Nur durch Zählung und Messung 
ist 3. die zeitliche, 4. die räumliche Bestimmung möglich, 
für die daher das Gesagte gleichfalls gilt. Aber auch 5. 
die Qualität des Sinnlichen ist nur einer ebensolchen ver¬ 
gleichenden Bestimmung wie die Größe fähig. Die quanti¬ 
tative wie qualitative Bestimmung des Sinnlichen bleibt 
überdies ihrer Natur nach immer fließend, denn in jeder 
sinnlichen Reihe (z. B. Ton- oder Farbenreihe) kann der 
Abstand der Glieder so klein genommen werden, daß jedes 
vom nächstfolgenden sinnlich ununterscheidbar, vom zweit- 
oder drittfolgenden u. s. w. dagegen unterscheidbar ist. Die 
Natur des Sinnlichen schließt also eine Bestimmtheit, wie
	        

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