Full text: Logik

A. Analytischer Teii. 
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wendig sein. Es wird also die erste und zweite Forderung 
erst erfüllt, indem auch die dritte erfüllt wird: daß die 
Gesetzmäßigkeit der Veränderung in jeder Einzelreihe 
determiniert gedacht werde durch eine gesetzmäßige Be¬ 
ziehung nicht bloß zu irgendwelchen, sondern zu allen 
parallelen (simultanen) Veränderungsreihen, folglich auch 
umgekehrt für sie bestimmend; die Forderung also eines 
durchgängigen wechselseitigen Funktionalzusammenhangs 
oder Systems von Veränderungen; worauf die Denkforderung 
der Simultanverknüpfung oder Wechselwirkung beruht. 
§ 20. Momente der Relation in Begriff und 
Urteil. 
Auch den drei Stufen der Relation entsprechen, wie 
denen der Quantität und Qualität, ebensoviele allgemeine 
Eigentümlichkeiten im Begriff und Urteil. 
1. Dem Verhältnis der Substantialität entspricht das 
allgemeine Verhältnis des Subjekts und Prädikats im Urteil, 
insofern das letzte und wahre Subjekt jeder logisch be¬ 
stimmten Aussage durch irgendwelche unwandelbaren Grund¬ 
bestimmungen definiert gedacht wird, welchen die wandel¬ 
baren Bestimmungen, die von demselben Subjekt prädiziert 
werden, als bloße Akzident.ien gegenüberstehen (vgl. Aristo¬ 
teles Ableitung des Substanzbegriffs, Metaphysik, Buch 4, 
Kap. 3 und 4). Wirklich unwandelbare Bestimmungen sind 
aber nur zu schöpfen aus der erkannten Gesetzlichkeit der 
Veränderungen. Also ist die Erfüllung dieser ersten For¬ 
derung bedingt durch die Erkenntnis dieser Gesetzlichkeit 
(N. 2 und 3). 
2. Dem Gesetz der Kausalität entpricht die logische 
Forderung, daß es nicht beliebig, sondern stets von be¬ 
stimmten Bedingungen abhängig gedacht wird, welche der 
je in einer Reihe sich ordnenden veränderlichen Bestim¬ 
mungen Pt, P2, . . . einem gegebenen Subjekt S im ge¬ 
gebenen Falle zukommt oder nicht; so daß, wenn und nur 
wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, P1? wenn und 
nur wenn bestimmte andere, P2 gilt und so fort; also die 
Forderung der Bestimmtheit auch der akzidentellen Prädikate 
je unter genau zu definierenden Bedingungen; dies findet 
seinen Ausdruck im hypothetischen Urteil.
	        

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