Full text: Logik

26 
II. Elementarlehre. 
ist die alte Forderung eines Konstanten als Grundlage der 
Bestimmung einer jeden Veränderung, die hierin ihren ab¬ 
geklärten Ausdruck findet (Grundsatz der Substantialität). 
Es wird sich zeigen, daß dies Erfordernis die Begriffe der 
einzigen absoluten Zeit und des einzigen absoluten Raumes 
sowie die Aufstellung der gleichförmig-gradlinigen Bewegung 
als letzten Maßes jeder Veränderung in der Natur begründet. 
Hier handelt es sich erst um die Feststellung des Erforder¬ 
nisses als solchen, für eine Reihenordnung (von Größen) 
überhaupt, auch zum bloß mathematischen Gebrauch. 
Zweitens ist erforderlich ein Gesetz, gemäß welchem 
je eine Veränderungsreihe nach einer andern in den korre¬ 
spondierenden Gliedern sich ordne, d. h. die Abänderung 
von Glied zu Glied je in einer neuen Reihe sich nach der 
für eine vorige Reihe schon festgesetzten bestimme; was 
einschließt, daß die Stellziffern (1, 2 . ..) der Einzelglieder 
in den verschiedenen Reihen (xt x2 . . . , yx y2 . .-. , u. s. f.) 
den Gliedern einer und derselben Grundreihe oder Skala 
entsprechen müssen. Damit wird in jeder Einzelreihe jedes 
nachfolgende Glied gesetzmäßig bestimmbar aus den vorauf¬ 
gehenden, und zwar in stetigem Übergang. Der Ausdruck 
dieses Erfordernisses, in Hinsicht der Gesetzmäßigkeit der 
Veränderungen im Nacheinander, ist der Grundsatz der 
Kausalität; denn unter Ursache versteht man (seit Kant) 
das gesetzmäßige Antecedens, unter Wirkung das zugehörige 
Consequens. 
Indem diese Forderung nun aber für alle parallelen 
Veränderungsreihen gleichermaßen gilt, so ergibt sich dar¬ 
aus, drittens, die weitere Forderung einer durchgängigen 
dynamischen Verknüpfung dieser parallelen Reihen je in 
den korrespondierenden Gliedern, also in simultaner Ord¬ 
nung. In der Tat würde die gesetzliche Beziehung von 
Reihe zu Reihe so lange zufällig d. h. unzureichend be¬ 
gründet sein, als nur auf eine beliebige, zufällige Mehrheit, 
nicht auf eine durch eine gemeinsame und zwar funda¬ 
mentale Beziehung begründete Allheit paralleler Ver¬ 
änderungsreihen die Forderung der gesetzmäßigen Ent¬ 
sprechung von Glied zu Glied sich erstrecken würde. Ja 
es würde die Grundreihe selbst, und so jede Ordnung im 
besonderen, welche diese voraussetzt, willkürlich gesetzt, 
nicht in nur einer bestimmten Art möglich und also not¬
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.