Full text: Geschichte des römischen Königs Wilhelm von Holland

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Heer der Belagerer wuchs täglich. Denn ausser dem Erz¬ 
bischof Konrad von Köln, dem Bischof Heinrich von Lüttich, 
dem Herzog Walram von Limburg, den Grafen Adolf von Berg, 
Otto von Geldern, Wilhelm und Walram von Jülich, Dietrich 
von Tecklenburg, Johann von Avennes, Wilhelms Schwager, und 
anderen geistlichen und weltlichen Herrn, deren Anwesenheit 
im Lager vor Aachen teils durch Urkunden1), teils durch Schrift¬ 
steller2) bezeugt ist, unterstützten die Belagerer eine grosse An¬ 
zahl „Kreuzfahrer“. Der Papst hatte nemlich seinen Legaten 
Capocci schon am 19. November 1247 ermächtigt, das Gelübde 
aller derjenigen, welche einen Kreuzzug unternehmen wollten, 
dahin umzuändern, dass sie statt dessen dem König Wilhelm 
gegen seine Feinde eine bestimmte Zeit helfen könnten3). Dazu 
hatte er ihn an demselben läge4), den Bischof von Curland 
am 20. Februar 12485), die Bischöfe von Freising, Passau, 
Regensburg und Augsburg und den Procurator des Erzbistums 
Salzburg am 4. Mai 1248") beauftragt, überall im Reiche das 
Kreuz gegen Friedrich predigen zu lassen. Von dem Legaten 
erzählen uns die St. Pantaleonsannalen von Köln1), dass er 
persönlich in der Stadt Kreuzpredigten gegen die Bürger von 
Aachen gehalten habe: unter Androhung von Strafen und unter 
Versprechungen drängte er Cleriker und Laien, das Kreuz 
zu nehmen. So hatte sich denn auch eine grosse Menge mit 
dem Kreuze bezeichnen lassen. Unter dem Volke wirkten aber 
im Aufträge des Legaten noch besonders die Minoriten8) und 
veranlassten durch ihre begeisterten Predigten viele gegen Fried¬ 
rich zu kämpfen. Denn auf diese Weise konnte man sich ja 
leicht denselben Ablass erwerben, welcher nach einem Kreuz— 
siensis chronica majora ed. Luard V, 25. 26. Menconis chron. M. G. 
SS. XXIII, 54t ff. 
1) Vgl. die Zeugenreihe in Reg. 30. 
2) Menconis chron. M. G. SS. XXIII, 54t. 
3) Potihast., Reg. 2, 12755. 
4) Potth., II, 12752. 
5) Potth., II, 12844. 
6) Potth., II, 12920. 
7) M. G. SS. XXII, 542, 35—39. 
8) Matth. Paris ed. I.uard IV, 654.
	        
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