Full text: Geschichte des römischen Königs Wilhelm von Holland

Mangel an weiteren Nachrichten hierüber nicht entscheiden; 
eben so wenig, ob es zum Kriege gekommen ist. Die oben 
ausgesprochene Vermuthung, dass Florentius während der ersten 
Hälfte des Jahres 1248 den Krieg gegen Flandern nach dem 
Einfall Johanns von Avennes fortgesetzt habe, wird aber, wenn 
nicht gradezu bewiesen, so doch sehr wahrscheinlich gemacht 
dadurch, dass die Friedensurkunde zwischen Florentius und 
Margaretha1) — diese beiden schliessen eben Frieden — forma 
pacis genannt wird, und dass in §. 8 derselben Gefangene er¬ 
wähnt werden, welche Florentius von seiner Gegnerin loskaufen 
soll. Also scheint die Gräfin selbst einen glücklichen Feldzug 
gegen Florentius unternommen zu haben, worauf dieser sich 
am 7. Juli 1248 zum Friedensschlüsse genöthigt sah. Die Haupt¬ 
bestimmung desselben war: Anerkennung der Lehnshoheit der 
Grafen von Holland1 2) und Teilung der Einkünfte zwischen 
beiden. Näher auf diese Friedensbedingungen einzugehen, ver¬ 
bietet das Thema. Wilhelm bestätigte gemäss dem Friedens- 
vertrage am 3. Aug. 1248 den Vertrag von Hedensee3), worin, 
wie wir sahen, die Lehnsabhängigkeit Hollands von Flandern 
beurkundet war. Während dessen waren die der Margaretha 
geschuldeten Einkünfte aus Seeland, welche Holland seit 1244 
allein bezogen hatte, einschliesslich den Schadenersatz, welchen 
Florentius einigen Anhängern der Gräfin in Seeland noch zu 
zahlen hatte, auf 7200 Mark berechnet, und zur Zahlung dieser 
Summe an bestimmten Terminen4) musste sich Florentius am 
11. Aug. ebenfalls verpflichten5) und mit ihm mehrere Kitter 
und Edle Hollands6). 
Aber Margaretha ging jetzt zum äussersten. Sie verlangte 
von Wilhelm dringend7), er solle ihr den Huldigungseid wegen 
1) Kergh I, nr. 460. 
2) Natürlich nur wegen der in Frage stehenden Grafschaft Seeland. 
3) Bergh I, 463. Keg. 22. 
4) Am 29. Jun. 1249 und 1250, je die Hälfte. 
5) Bergh 1, 465. 
6) Bergh I, 466—469. 
7) Cum nobilis domina Margaretha Flandrie et Haynonie comitissa 
a nobis instanter exegisset, quod ei faceremus hoinagium de terra Zee-
	        
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