Full text: Geschichte des römischen Königs Wilhelm von Holland

Anhang'. 
1. Die l'trechter Hisclmfsualil 1249. 
Uber die Besetzung des Utrechter Bischofstuhles nach dem am 
3. Apr. 1249 erfolgten Tode des Bischofs Otto (aus dem Hause der Grafen 
von Holland) sind uns von Века (bei Böhmer, fontes II, 440. 441) und 
dem Kölner Pantaleonsannalisten (M. G. SS. XXII, 545, 21—25) zwei 
verschiedene Nachrichten überliefert, welche wir im Zusammenhang mit 
den wenigen Urkunden, die zur Erläuterung dienen können, in folgender 
Weise vereinigen können. 
Nach dem Tode des Bischofs Otto machten sich hinsichtlich der 
Neuwahl zwei Factoren geltend, nemlich auf der einen Seile Klerus und 
Volk von Utrecht selbst, auf der anderen die speciell päpstliche Partei und 
ihre Vertreter in Deutschland, besonders der Erzbischof von Köln. Dem 
Letzteren gelang es, die Übertragung des vacanten Bistums an seinen 
Verwandten, den Kölner Dompropst Heinrich von Vianden, vom Papste 
zu erlangen1); schon am 4. Juni 1249 2) nennt sich Heinrich “Erwählter 
von Utrecht“ als Zeuge in einer Urkunde König Wilhelms3). Aber auch 
die Geistlichkeit von Utrecht liess sich ihr Wahlrecht nicht nehmen und 
auch nicht einen Bischof aufdrängen, welcher als Verwandter des Kölner 
Erzbischofs das Stift ohne Zweifel in noch grössere Abhängigkeit von 
1) SS. XXII, 545. 21 IT. Dass Heinrich wirklich aus seiner Stellung 
als Dompropst zum Bischof von Utrecht erhoben wurde, beweist eine 
Urkunde des Erzbischofs Konrad v. Köln (Reg. 351) vom 2. Febr. 1254, 
worin er einen „von Heinrich von Vianden, damals Dompropst, jetzt 
Bischof v. Utrecht“, und dem Domcapitel geschlossenen Vertrag bestätigt. 
Lacomblet, Niederrh. Urkb. II, 212. 
2) Also nur 3 Monate nach Ottos Tode. 
3) Bergh I, nr. 495.
	        

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