Full text: Geschichte des römischen Königs Wilhelm von Holland

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einem Vertrage mit dein Burggrafen von Kaiserswerth1) ge¬ 
rühmt hatte. Die Erbfolge Wilhelms machten ihn zu seinem 
und nicht minder des päpstlichen Legaten Feind , welcher ihn 
aus seiner Stellung am königlichen Hofe verdrängt hatte. Ein 
anderer Grund zur Feindschaft mit dem König war aber sein 
Streit mit Wilhelms treuestem Freunde, dem Grafen Wilhelm 
von Jülich, welcher schon im Frühjahr 1252 den Bürgern von 
Köln, als sie vom Erzbischof belagert wurden, Hilfe hatte zu 
teil werden lassen. Ausserdem lag er mit ihm wegen des 
Stainingutes des Erzbischofs, Hostaden, im Kampfe, dessen Ent¬ 
scheidung grade im Sommer 1254, während Wilhelm gegen 
Margaretha von Flandern und Karl von Anjou zu Felde zog, 
bevorstand. Daher war es ganz erklärlich, dass die Freund¬ 
schaft zwischen dem König und dem Grafen von Jülich auch 
eine Annäherung der auf der anderen Seite stehenden Fürsten, 
besonders Fonrads von Köln mit Margaretha und Karl herbei¬ 
führte. Und wirklich scheute sich der Erzbischof nicht, jetzt 
offen mit dem Könige zu brechen und auf die Seite seiner 
grössten Feindin zu treten, obgleich er selbst vor zwei Jahren 
auf dem Reichstage vor Frankfurt ihr die Reichslehen abge¬ 
sprochen hatte. Im August 12541 2) — der Kampf in Hennegau 
war also schon entschieden — schloss er mit Karl von Anjou 
und Margaretha von Flandern ein Bündnis, worin man sich 
gegenseitig Hilfe gegen alle Feinde — König Wilhelm wird 
nicht ausgenommen — versprach3). Damit hatte Konrad dem 
König, welcher ja der Hauptfeind der Gräfin war, offen den 
Krieg erklärt. Bald sollte sich diese Feindschaft noch deut¬ 
licher zeigen. 
1) Lacomblet, Urkundenbuch II, 184. Ann. d. hist. Ver. f. d. Nieder¬ 
rhein 35 ; Reg. Conr. nr. 230. 
2) St. Génois S. 579. Reg. Conradi nr. 367 (in den Annalen des 
hist. Ver. f. d. Niederrhein 35, 45). 
3) Ebenso heisst es in dem Siihneverlrage des Erzbischofs mit Jülich 
1254, Oct. 14. (Lacomblet II, S. 218, nr. 404): ipsi archiepiscopo salvum 
et liberum erit juvare comitem Andegavensem et comitissam Flandrie, 
quemadmodum ad hoc est astrictus. Ipsi quoque comili Juliacensi salvum 
erit juvare dominum Johannem de Avennis secundum quod tenetur.
	        

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