Full text: Geschichte des römischen Königs Wilhelm von Holland

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zu lassen und nach den Gesta Treverorum drang auch König 
Wilhelm darauf'). Sicherlich ist aber dieses Ereignis der Grund 
gewesen, weshalb dieser sich mit Arnold von Trier nie wieder 
ausgesöhnt hat: denn nie ist letzterer, soweit aus Erkunden 
und Chroniken ersichtlich, seitdem wieder am Hofe des Königs 
gewesen, und auch der Papst scheint jeden Verkehr mit ihm 
abgebrochen zu haben1 2). Auch ihn musste Wilhelm jetzt als 
seinen Feind ansehen. 
Besonders aber w ar er verfeindet mit dem Erzbischof Kon- 
rad von Köln3), welcher bis vor kurzem sein eifrigster An¬ 
hänger und Bundesgenosse gewesen war. Ihm hatte er unter 
den Ersten seine Wahl und die Gewinnung des mächtigen Köln 
zu verdanken, Konrad hatte ihn während seiner Züge am Bhein 
unterstützt und ihm überall, so lange der König noch fast völlig 
ohne andere Anhänger als seine Wähler war, helfend zur Seite 
gestanden. Aber sobald er besonders durch die Anerkennung 
seitens des Herzogs von Sachsen und des Markgrafen von 
Brandenburg und anderer Fürsten jener Gegend, sowie durch 
seine 1253 über Flandern errungenen Vorteile an Ansehen und 
Selbständigkeit zu gewinnen schien, musste sich das freund¬ 
schaftliche Verhältnis zwischen ihm und dem mächtigen Kölner 
Erzbischof schon hierdurch lockern. Denn Konrad, im nord¬ 
westlichen Deutschland bei weitem der mächtigste Fürst, hatte 
ja zur Wahl Wilhelms nur aus dem Grunde mitgewirkt, weil 
er hoffte, dass der neue König ganz von ihm abhängig sein 
würde, eine Hoffnung, wrelche ihn bis dahin auch nicht getäuscht 
hatte. Aber seit 1252 und 1253 entzog sich Wilhelm der Be¬ 
vormundung des Erzbischofs immer mehr; ohne Konrads Bei¬ 
hilfe erlangte er die Anerkennung Norddeutschlands infolge 
seiner Heirat und ohne Konrads Unterstützung halte er den 
Feldzug gegen Flandern 1253 glücklich beendet. Jetzt musste 
jener erkennen, dass er nicht mehr „eines der wichtigeren 
Glieder des Beichs“ sei, wie er sich am 18. April 1249 in 
1) SS. XXIV, 412, 14. 
2) Urkunden richtete er in diesen Jahren nicht mehr an Arnold. 
3) Cardauns, Konrad 32—41.
	        

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