da sein Mandat von vornherein begrenzt war und die saarländischen Parteien vor
der Landtagswahl kein Forum für öffentliche Zusammenarbeit schufen. So blieben
die Sicherung von Ruhe und Ordnung und die regelgerechte Durchführung der
Wahlen die wichtigsten Aufgaben des Kabinettes Welsch.
Von den Landtagswahlen, die in überraschender Ruhe verliefen, wurde allgemein
eine Klärung der Machtverhältnisse zwischen ,,Heimatbund“ und „Ja-Sagem“
erwartet, die jedoch nur teilweise eintrat. Zum eindeutigen Verlierer entwickelten
sich schließlich nur die Sozialdemokraten der SPS, deren ungünstiges Abschneiden
sie praktisch in die Bedeutungslosigkeit führte. Deshalb, aber auch durch das
offensive und von der Bundesleitung nachdrücklich unterstützte Vorgehen der saarländischen
SPD, konnte die Vereinigung der beiden sozialdemokratischen Parteien
sehr schnell herbeigeführt werden. Nicht wenige Mitglieder zeigten sich allerdings
über das jähe Ende der SPS verwundert und verärgert. Bei den Christdemokraten
lagen die Verhältnisse anders. Die CVP stabilisierte sich zur allgemeinen Überraschung
auf sehr hohem Niveau und wurde immerhin drittstärkste Kraft. Dies
behinderte die Bemühungen um eine Vereinigung der christdemokratischen Parteien,
welche allerdings bereits vor den Wahlen aufgrund innerparteilicher Vorbehalte
- vor allem in Reihen der CDU - ins Stocken geraten waren. Die DPS konnte
mit ihrem enttäuschenden Abschneiden den Anspruch auf die Führungsrolle innerhalb
des „Heimatbundes“ nicht bestätigen und wurde hinter der CDU lediglich
zweitstärkste Kraft. Im Verhältnis der beiden weltanschaulichen Lager führte die
Wahl zu einer weiteren Schwächung der sozialdemokratischen Parteien, wohingegen
sich die regionale Dominanz der Christdemokraten weiter verstärkte.
Eine endgültige Klärung der innenpolitischen Kräfteverhältnisse wurde allerdings
erst mit der Kommunalwahl im Mai 1956 herbeigeführt, ln dieser Wahl
konnte sich die CDU nach einer harten Kampagne gegen ihre Schwesterpartei
erstmals deutlich im christdemokratischen Lager durchsetzen. Besonders nach der
Zahl der Gemeinderatsmandate wurde die CVP klar ausgestochen. Dass die Vereinigung
beider Parteien trotzdem noch bis 1959 auf sich warten ließ, lag einerseits
an einer in der CDU - und vor allem in deren Führungsriege um den neuen Ministerpräsidenten
Hubert Ney - vorherrschenden strikten Ablehnung jedweder
Kooperation mit den „Separatisten“. Auch bei der Ablösung Neys konnte sich
der prinzipiell zur Kooperation mit der CVP bereite Vertreter der „Bonner
Gruppe“, Franz Josef Röder, nicht gegen den zunächst nur wenig kooperationswilligen
Egon Reinert durchsetzen. Zwar konnte rechtzeitig vor den Bundestagswahlen
des Jahres 1957 eine Kompromisslösung gefunden werden, so dass die
CVP-Stimmen nicht verfielen und die Mehrheit der christdemokratischen Parteien
gewahrt blieb. Die Spaltung das christdemokratischen Lagers verhinderte jedoch
den weiteren Ausbau seiner regionalpolitischen Vormachtstellung auf Kosten der
krisengeschwächten Sozialdemokraten.
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