Deutschlands durchsetzen konnten. Die CVP war grundsätzlich überkonfessionell,
erhielt jedoch eine deutlich katholische Prägung.
Die anfangs als Bezirksverband der deutschen SPD konzipierte Sozialdemokratische
Partei (SP, später: SPS) konkurrierte mit den Kommunisten um den Einfluss
innerhalb des wiederauflebenden - und an der Saar traditionell besonders starken -
Gewerkschaftswesens. Am wenigsten von deutlich von ihren inhaltlichen und
personellen Wurzeln aus der Zeit vor der nationalsozialistischen Machtergreifung
distanzierte sich die nationalliberale DPS, deren Zulassung sich daher auch als
besonders problematisch erwies.
Nicht nur äußerlich, sondern auch ich in ideologischer und programmatischer
Hinsicht ähnelte das saarländische Parteiensystem der Jahre 1946/47 daher weitgehend
dem der westlichen Besatzungszonen. Die Auseinandersetzung mit der
nationalsozialistischen Vergangenheit wurde auch an der Saar nur auf einem sehr
abstrakten Niveau geführt. Gehaltvolle Begriffe wie „Abendland“, „Christentum“,
„Sozialismus und Gerechtigkeit“, „Völkerverständigung“ oder „Demokratie“
wurden gegen den „Irrweg“ des Faschismus und seine negativen Folgen gestellt.
Diese Werte gaben gleichzeitig den ideologischen Rahmen vor für die Beseitigung
der unmittelbaren Kriegsschäden, den Wiederauftau und die Versorgung der am
meisten vom Krieg betroffenen Bevölkerungsschichten.’9
Zum zentralen programmatischen Bezugspunkt aller saarländischen Parteien mit
Ausnahme der Kommunisten entwickelte sich - ähnlich wie in ganz Deutschland -
zunächst der Heimatbegriff. Dieser knüpfte vor dem Hintergrund der schwierigen
politischen Nachkriegssituation, in welcher die Frage nach der zukünftigen Verwaltungsgliederung
und staatlichen Struktur Deutschlands völlig offen war, an
föderale Traditionen an. Ob neue deutsche Zentralverwaltungen geschaffen werden
sollten, war nicht nur bei den Besatzungsmächten, sondern auch bei vielen Regionalpolitikem
umstritten, sahen sie doch im Zentralismus eines der wichtigsten Instrumente
für die Verbrechen des Dritten Reiches. Aufgrund der besonderen politischen
Situation führten diese Erwägungen jedoch im Saarland zu ganz eigenen
Schlussfolgerungen. Angesichts der auf internationaler Ebene geführten Ausgliederungs-
und Abtrennungsdiskussionen und teilweise unter Vorwegnahme vermeintlicher
französischer Interessen entwickelte sich die Vorstellung, dem Saarland solle
aufgrund seiner Geschichte und seiner Grenzlage eine besondere Rolle als Vorbild
und Brückenregion für die unverzichtbare Verständigung zwischen Deutschland
und Frankreich zukommen.
39 Vgl. Quelle Nr. 22.
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