Wirtschaft seit Jahren sehr gut. Wie ist es da zu verstehen, daß die Rentner erst
dieses Jahr, und zwar kurz vor den Wahlen, an die Reihe kamen.
[...]
Sprecherin:
Nun wurde aber von Professor Erhard sehr stark auf die Gefahr des Kollektivs und
der Kollektivierung im Zuge der sozialdemokratischen Politik hingewiesen.
Conrad:
Nun, da spricht Professor Erhard wider besseren Wissens. Er kennt das Wahlprogramm
der SPD, das in einer sozialdemokratisch geführten Bundesregierung
auch das Regierungsprogramm sein wird. Er weiß, daß die Sozialdemokratie eine
freiheitliche Wirtschaftsordnung für die Bundesrepublik herbeiführen will und
lediglich die kleinen Unternehmer und die Abhängeschaffenden [sic] von der Preisdiktatur
der großen Konzerne schützen will. Diese Großindustrie, die Großbanken,
die Konzerne haben es unter der schützenden Hand des Herrn Professor Erhard in
den letzten Jahren fertig gebracht, auf dem Wege über überhöhte Preise sich einen
neuen Reichtum von 60 Milliarden DM zu sichern. [...]
Sprecherin:
Wie stehen Sie nun zu der Äußerung des Bundeswirtschaftsministers, daß es in der
Bundesrepublik wirklich nur noch Bürger gleichen Rechts gebe und daß im übrigen
ja auch schon jetzt jeder dritte Arbeiter sein Haus bestize?
Conrad:
Nun ja, das bürgerliche Recht und das Bürgerliche Gesetzbuch sind für alle gleich,
nur mit dem Unterschied, daß bei einem Durchschnittseinkommen von 367 - DM
der weitaus größte Teil der Bevölkerung zwar das gleiche Recht hat, am Ende des
Monats seine Ersparnisse auf die Sparkasse oder die Bank zu tragen wie der andere
Teil des deutschen Volkes, aber ihm leider nichts übrig bleibt, um dieses Vorhaben
auszuführen. Und wenn es wahr ist, daß jeder dritte Arbeiter schon Besitzer eines
Häuschens ist, dann sagen wir Sozialdemokraten, wir wünschen, daß jede Familie
ihr eigenes Dach über den Kopf bekommt.
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