langt wird, und die als Vorbereitung für die Laufbahn der Gewerbeoberlehrerin für
Hauswirtschaft dient.
Mit der im Jahre 1946 gegründeten Staatlichen Höheren Technischen Lehranstalt
in Saarbrücken wurde die Möglichkeit geschaffen, für das Saarland Fachkräfte für
die Konstruktionsbüros, die Betriebspraxis in der Bau- und Maschinenindustrie,
sowie für den gehobenen technischen Dienst bei den Behörden heranzubilden.
Diese Fachschule mit drei Studienjahren bietet Ausbildungsmöglichkeiten auf dem
Gebiete der Architektur, des Ingenieurbaues, des Maschinenbaues und der
Elektrotechnik.
Eine Fachschule besonderer Art sind die grubeneigenen Bergschulen, die den
Grubenhauer nach Absolvierung der Bergvorschule zum Grubensteiger ausbilden,
der dann als Abteilungs-, Förder-, Wetter-, Schacht-, Schieß-, Staub-, oder Ausbildungssteiger
im praktischen Betrieb Verwendung findet.
Eisenbahnfachschulen, Gemeindeverwaltungs- und Sparkassenschule, die Staatliche
Schule für Kunst und Handwerk mit ihren Fachklassen für Malerei,
Bildhauerei, Graphik, Fotographie, Weberei, Gold- und Silberschmiede,
Kunstschreinerei, Gebrauchsgraphik, Innenarchitektur und Paramentik, das
Staatliche Konservatorium mit seinen Abteilungen für Instrumentaltechnik,
Kirchenmusik, Schulmusik, Gesang, Tanz und Schauspiel sind weitere Zeugen der
kulturpolitischen Bemühungen des Saarlandes.
Das markanteste Beispiel des kulturellen Aufbauwillens nach dem Kriege dürfte
wohl die Gründung der Universität des Saarlandes sein. Sie umfaßt vier Fakultäten
(Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Philosophische Fakultät, Naturwissenschaftliche
Fakultät und Medizinische Fakultät), Geistesgeschichte, ein
Dolmetscher-Institut, ein Berufspädagogisches Institut und ein Institut für Metallforschung,
das als Grundstock einer geplanten technischen Fakultät gelten kann.
An der Universität lehren 202 Professoren, Lektoren und Lehrbeauftragte: 80 Saarländer,
63 Franzosen, 44 Deutsche, 4 Engländer, 1 Belgier, 3 Österreicher, 2 Ungarn,
3 Schweizer, 2 Spanier und 1 Pole. 55 Prozent aller saarländischer Studierender
[sic] der Alma Mater Saraviensis sind Kinder von Arbeitern und kleinen
Angestellten.
Das Bild der saarländischen Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten vervollständigt
sich erst, wenn man weiß, daß die saarländische Regierung für minderbemittelte
Besucher der Höheren Schulen, der Fachschulen und der Universität Mittel für Stipendien
bereithält, die so erheblich sind, daß sie manchmal nicht ganz beansprucht
werden. Man hat alles getan, um begabten Arbeitersöhnen den Aufstieg bis in die
höchsten Spitzen der Wirtschaft und der Verwaltung zu sichern.
Die Saarländer haben somit das Experiment der Eigenverantwortlichkeit mit viel
Selbstbewußtsein und in die Augen springendem Erfolg durchgeführt.
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