Full text : Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa

und  Frauen  seine  Stimme  geben,  deren  christliehe  Gesinnung  und  Haltung  für  die
Beobachtung  der  Grundsätze  und  Forderungen  bürgen,  auf  die  wir  als  katholische
Christen  nicht  verzichten  können.
Wer  aber  nach  verantwortungsbewußter  Überlegung  zu  dem  Urteil  kommt,  daß  er
in  der  gegenwärtigen  Lage  den  aufgestellten  Vertretern  seine  Stimme  nicht  geben
dürfe,  und  sich  nach  dieser  Erkenntnis  richtet,  kann  von  anderen  einer  Pflichtverletzung
  nicht  beschuldigt  werden.  Für  ihn  besteht,  um  es  klar  und  einfach  zu
sagen,  in  diesem  Fall  keine  Wahlpflicht.
Mein  und  Euer  aller  Gebet  muß  es  sein,  daß  nicht  etwa,  wie  es  in  letzter  Zeit
manchmal  den  Anschein  hatte,  die  Saar  die  Sprengkammer  eines  christlichen
Europa  werde,  daß  vielmehr  Eintracht  und  Liebe  im  Innern  herrsche,  Glaube  und
religiöses  Leben  nicht  abnehme  sondern  wachse,  daß  die  Völker  in  gemeinsamer
Zusammenarbeit  sich  daselbst  finden  und  so  der  Friede  von  dort  ausstrahle  in  die
christliche  Welt.
Trier,  am  Feste  der  hl.  Elisabeth  1952
Matthias,  Bischof  von  Trier

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