Nr. 76
Schmuggel
Die Grenze zwischen dem Saarland und der Bundesrepublik wurde zunehmend als
Belastung empfunden. Roland Stigulinszky spielt in seiner Karikatur der Zollkontrolle
in einem Eisenbahnwaggon auf die restriktive Außenhandelspolitik Frankreichs
an, welche für die saarländische Wirtschaft besondere Benachteiligungen
auslöste. Sie greift die alltäglich gewordenen Konflikte der Behörden und vor allem
der französischen Bürokratie mit der saarländischen Bevölkerung auf und
spiegelt den Schmuggel von Konsum- und Gebrauchsgütern über die deutschsaarländische
Grenze als in den fünfziger Jahren gängige Verhaltensweise wider.6
Karikatur aus dem „Tintenfisch“ von Roland Stigulinszky.
November 1952
[ZOLL KONTROLkl
„Ich hann do aach noch
e Loch im Backezahn-do könnt vielleicht
noch e Reschtche Bohnekaffee drirm sinn..
6 Zur Nutzung der Karikatur als Quelle für die Geschichte des Saarlandes s. durchgehend das
Buch von HEINEN, Saarjahre; zur Schmuggel-Situation u.a. S. 413 ff.
Bereits publiziert bei HEINEN, Saarjahre, S. 415; STIGULINSZKY, Der Tintenfisch, S. 334.
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