Nr. 34
Johannes Hoffmann und die Christlichen Gewerkschaften
Hoffmann stellt das Prinzip der Gewerkschaftsfreiheit gegen das der Einheitsgewerkschaft,
betont aber, die CVP habe mit der Zulassung der christlichen Gewerkschaften
durch die Militärregierung nichts zu tun.
Artikel von Johannes Hoffmann in der „Saarländischen Volkszeitung“’.
9.8.1947
Die Gewerkschaftsfrage - Wo ist Demokratie, wo Toleranz?
[...]
Nach dem Zusammenbruch hat man in Deutschland und auch an der Saar den Versuch
gemacht, die Arbeitnehmerschaft in einer Einheitsgewerkschaft zusammenzufassen.
An der Saar war die Bereitschaft dazu im christlichen Lager von Anfang
an nicht groß. Trotzdem stimmte eine Reihe von christlichen Vertretern der Bildung
der Einheitsgewerkschaft zu. Und als es sich erwies, daß für eine Gründung
der christlichen Gewerkschaft an der Saar zunächst keinerlei Möglichkeit bestand,
habe auch ich persönlich mir die denkbar größte Mühe gegeben, die christliche Arbeitnehmerschaft
zu veranlassen, geschlossen der Einheitsgewerkschaft zuzuführen,
um dort den Sozialisten und Kommunisten nicht allein das Feld zu überlassen.
Dieser unser ehrlicher Versuch wurde von gewissen Kräften der Einheitsgewerkschaft
von erster Stunde an sabotiert. Daneben zeigte sich - namentlich in der
Bergarbeiterschaft - weithin keine Bereitschaft, der Einheitsgewerkschaft beizutreten.
Gewisse Vorgänge im letzten Jahre, namentlich im Bergarbeiterverband,
ließen vielmehr den Wunsch auf Gründung einer eigenen christlichen Gewerkschaft
in Bergarbeiterkreisen immer lauter werden. Und schließlich stellte die
christliche Bergarbeiterschaft offiziell an die Militärregierung den Antrag auf
Zulassung des christlichen Bergarbeiterverbandes.
[...]
Die CVP hat mit dem Antrag und der Gründung der christlichen Gewerkschaft
überhaupt nichts zu tun. Wir haben immer die Auffassung vertreten, daß die
Gewerkschaftsfrage keine Sache der Partei ist, sondern der Arbeitnehmerschaft
selbst, und danach haben wir auch immer gehandelt. Wer das Gegenteil behauptet,
sagt die Unwahrheit. [...]
Wenn ein großer Teil der christlichen Arbeitnehmerschaft eine christliche Gewerkschaft
haben will, so ist es Pflicht jeder Partei, die sich zur Demokratie bekennt,
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