Nr. 33
Einheitsgewerkschaft gegen Christliche Gewerkschaften
Die Einheitsgewerkschaft protestiert gegen die Zulassung christlicher Gewerkschaften
und eine Politisierung der gewerkschaftlichen Interessenvertretung.
Entschließung der Einheitsgewerkschaft.
3.8.1947
Nachlass Grandval, Dossier 8.
Resolution
Die am Sonntag, den 3. August 1947, in der Wartburg in Saarbrücken zu einer
außerordentlichen Tagung versammelten Delegierten aller Industrieverbände der
Einheitsgewerkschaft haben folgende Resolutionen einstimmig angenommen:
1. Die Einheitsgewerkschaft erhebt im Namen ihrer 125.000 Mitglieder schärfsten
Protest gegen die Bildung einer christlichen Bergarbeitergewerkschaft für das Saarland
und brandmarkt den darin zum Ausdruck kommenden Spaltungsversuch als
einen getarnten reaktionären Angriff auf die Einheit und Solidarität der Werktätigen
an der Saar.
Die Hauptverwaltung der Einheitsgewerkschaft wird beauftragt, den zuständigen
Behörden eine Protestnote zu unterbreiten und die Erhaltung der in parteipolitischer
und konfessioneller Neutralität bewährten Gewerkschaftseinheit zu fordern.
Die Delegierten stellen fest, dass durch die Zulassung der konfessionellen Gewerkschaften
dem Naziaktivismus eine willkommene Gelegenheit geboten ist, seine
Zersetzungsarbeit auf breiter Basis durchzuführen und fordert die Hauptverwaltung
auf, alle Mittel zu ergreifen, die geeignet erscheinen, die dadurch ausgelöste Gefährdung
des demokratischen Aufbaus von Wirtschaft und Staat abzuwehren.
Die Delegiertentagung vermag weder die Notwendigkeit der Aufgabe des bislang
beobachteten Organisationsprinzipes noch Voraussetzungen anzuerkennen, die die
Zulassung christlicher Gewerkschaften rechtfertigen könnten, umso mehr als die in
der Einheitsgewerkschaft tätigen Funktionäre ehemaliger christlicher Gewerkschaften
sich rückhaltlos zur gewerkschaftlichen Einheit bekennen und alle Industrieverbände
in wiederholten Entschließungen sich im Interesse der Wahrung des
sozialen Friedens gegen jede parteipolitische oder konfessionelle Aufspaltung der
Einheitsgewerkschaft ausgesprochen haben.
Die Delegierten lehnen es wie bisher ab, die Gewerkschaftsorganisation in den
Dienst parteipolitischer Bestrebungen zu stellen.
Die Delegiertenversammlung legt Wert darauf, in aller Öffentlichkeit festzustellen,
dass die Vorsitzenden der grössten Industrie verbände der Einheitsgewerkschaft, der
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