Herr Wacker betonte, daß er in dieser Zusammenfassung der gesamten arbeitenden
Menschen im Saargebiet den einzig möglichen Weg aus dem bestehenden Elend
und Chaos sehe.
Weiter erklärte Herr Wacker nochmals, daß er auf diese Unterredung heute deshalb
einen so großen Wert gelegt habe, weil er es als unbedingt erforderlich ansehen
müsse, daß gerade innerhalb der Verwaltungen für jeden einzelnen das absolute
Mitbestimmungsrecht anerkannt, und daß auch hier der Gedanke der Demokratie
und der Verantwortlichkeit vertreten werde, da ohne dieses niemals ein wahrhaft
demokratischer Staat verwirklicht werden könne. Herr Wacker verlangte gerade
von der Beamtenschaft eine intensive Mitarbeit innerhalb der Organisation beim
Wiederaufbau.
Weiter erklärte Herr Wacker, daß er durchaus die besonderen Verhältnisse anerkenne,
die gerade für die Beamtenschaft im Saargebiet in den Jahren 1933-1935
und erst recht in den Jahren nach 1935 unter dem politischen Druck außerordentlich
schwer gewesen seien, nicht vergleichbar mit denen im übrigen Reichsgebiet.
Dies solle berücksichtigt werden. Es sei natürlich selbstverständlich, daß politisch
stark belastete Menschen, die einmal besondere Aktivisten waren, nicht von heute
auf morgen ihre Gesinnung wie ein Kleid wechseln könnten, doch darüber hinaus
vertrete er den Gedanken, daß der Beamte, der unter den unglücklichen Verhältnissen
damals in die NSDAP hereinkam, der heute seinen Glauben enttäuscht und
betrogen sieht, und zu der Überzeugung gelangte, daß seine damalige Einstellung
falsch war, nicht unbedingt zu verdammen sei, sondern zur Mitarbeit im Wiederaufbau
herangezogen werden solle.
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Als Richtlinien für die Wahl der Vertreter gab Herr Wacker noch an, daß die Vorzuschlagenden
nicht Mitglieder der ehemaligen NSDAP gewesen sein, noch irgend
ein Amt in der DAF innegehabt haben dürfen. Ebenso schieden frühere Mitglieder
der Formationen der SS, SA und des NSKK aus. Die Mitgliedschaft zur Deutschen
Front spiele keine Rolle.
Der in Begleitung von Herrn Wacker erschienene Herr Barth - Regierungshauptkasse
- berichtete den Anwesenden noch über die Aufstellung einer Kulturorganisation
innerhalb der Einheitsgewerkschaft, die den Mitgliedern die Teilnahme an
Theaterbesuchen, Konzerten u. dgl. vermitteln will, und zwar an Einheitspreisen
von 2.50 RM. Die erste Vorstellung für die Einheitsorganisation fände am 15.7. im
Stadttheater Saarbrücken mit „Tartuffe“ statt,
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{Dr. Ganster)
(Dr. Ganster)
Oberregi erungsrat
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