stischen Einfluß im Staat und Wirtschaft auszuschalten, sondern auch die Vorbereitung
zur Sozialisierung der Schwerindustrie, des Bergbaus, der Eisenbahn, der
sonstigen Verkehrsbetriebe, der Versorgungsbetriebe sowie der Verkehrsgesellschaften
und Banken zu treffen.
Die Sozialdemokratische Partei vertritt die Auffassung einer europäischen Lösung
des deutschen Problems. Sie erklärt sich bereit, mit allen politischen Parteien und
Gruppen zusammenzuarbeiten, deren praktische Tätigkeit ihr geeignet erscheint,
die Kräfte zu wecken, die am europäischen Neuaufbau teilnehmen wollen.
Die Sozialdemokraten an der Saar erneuern die in der Entscheidung des erweiterten
Bezirksvorstandes vom 6. April niedergelegte Erklärung, daß sie von einem engen
wirtschaftlichen Zusammenarbeiten des Saargebietes mit Frankreich eine glückliche
Lösung der besonderen wirtschaftlichen Schwierigkeiten unseres engeren
Heimatgebietes erwarten und verweisen dabei insbesondere auf die naturgegebenen
Bindungen unserer Heimat mit dem französischen Nachbargebiet.7 Die Sozialdemokratische
Partei des Saargebietes bekennt sich zu den Beschlüssen, mit denen
die sozialistische Internationale auf ihrem jüngsten Kongreß in England zur Lösung
der europäischen Probleme Stellung genommen hat.
Die Sozialdemokratische Partei lenkt die Aufmerksamkeit der verantwortlichen
Behörden auf die kritische Lage der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung und
bittet, durch schnelle und wirksame Maßnahmen dafür zu sorgen, daß die gegenwärtige
schwierige Periode bald als überwunden angesehen werden kann.
Der Militärregierung spricht die Sozialdemokratische Partei ihren aufrichtigen
Dank aus für das Entgegenkommen, das sie mit der Wiederzulassung der politischen
Parteien und ihren Zeitungen bewiesen hat. Die Sozialdemokratische Partei
bekundet in diesem Zusammenhang ihren Willen auf loyale Zusammenarbeit mit
den Allierten, insonderheit den französischen Verwaltungsinstanzen im Saargebiet
und ruft die Bevölkerung dazu auf, einen Schlußstrich unter die traurige Vergangenheit
des Naziregimes zu ziehen und sich verantwortungsbewußt in den Dienst
des geistigen und materiellen, des politischen und sozialen Wiederaufbaues unserer
engeren Heimat zu stellen.“
Die Diskussion
[...]
Peter Zimmer, Saarbrücken
„Erlauben Sie mir zu einer Frage Stellung zu nehmen, die bis jetzt noch von
keinem Delegierten erörtert wurde. Es handelt sich um die Gewerkschaftsfrage. Ich
bin mir völlig bewußt, daß die Gewerkschaften religiös und parteipolitisch neutral
sein sollten, dies umsomehr, als wir eine Einheitsgewerkschaft zu verzeichnen
Text bei R. SCHMIDT, Saarpolitik, Bd. 1, S. 584 f.
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