waltimg zerstören und das allmähliche Wiederentstehen der französischen Institutionen
begünstigen, von denen noch Spuren existieren und die von der Bevölkerung
positiv aufgenommen werden könnten.
2. An der Saar hat Frankreich besondere Wirtschaftsinteressen [des intérêts spéciaux
d'ordre économique].
Die Saar muss daher von Anfang an Gegenstand besonderer Bemühungen sein, um
sie später dem französischen System anzugliedem [efforts particuliers pour être
rattachée, ultérieurement, au système français]. Insbesondere müssen die preußischen
Führungskräfte im Bergbau rasch ausgeschaltet werden.
3. Um zu einem Erfolg zu führen, darf diese Dezentralisierungspolitik nicht als
eine Politik des Auslandes erscheinen. [...] Sie muss das Werk der Deutschen
selbst sein, die Besatzungsmacht hat im Wesentlichen die Voraussetzungen für sie
zu schaffen, ihre Entfaltung zu unterstützen und ihre Entwicklung zu schützen. Mit
diesem Ziel muss man die früheren demokratischen, aus der Zentrumspartei
kommenden, gewerkschaftlichen, sozialdemokratischen Kräfte wiederzuerwecken,
zu finden und zu nutzen versuchen, um aus ihnen Bürgermeister, Landräte, Kreisvorsitzende,
Gymnasialdirektoren, Schulrektoren zu gewinnen und auf die Probe zu
stellen. Die Berufsverbände und die in diesen Regionen mächtigen katholischen
Kräfte sollten genutzt werden. Vor allem sollten die Geister in ihrer Entwicklung in
einem Sinn gefördert werden, welcher die Abtrennung [détachement] begünstigt;
die Deutschen sollten überzeugt werden, dass ihr ehrliches Bemühen um politische
und administrative Dezentralisierung die Härten der Besatzung nur vermindern
kann. Ein „geleiteter Autonomismus“ [autonomisme dirigé] könnte den Deutschen
als ein Fluchtort im Unglück erscheinen, als ein Mittel, sich dem Zugriff Preußens
und der Militärkaste zu entziehen, wenn ihnen das zum Nutzen gereicht. (Weimar
hat nicht überlebt, weil es die erwarteten Vorteile nicht erbracht hat.)
4. Eine zentrale Bedingung für den Erfolg der französischen Besatzungspolitik ist
die einwandfreie Haltung unserer Truppen in Disziplin und Gerechtigkeitssinn
gegenüber einer Bevölkerung, welche Kraft nicht ohne strikteste Ordnung kennt.
Dieser Erfolg hängt ebenso von dem Geschick unserer Offiziere und Beamten in
der ihnen anvertrauten Aufgabe der Leitung wie der vorsichtigen und durchdachten
Beobachtung ab.
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