Full text : Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa

29.10.1955
29.10.1955
30.10.1955

2.11.1955

3.11.1955
5.11.1955
5.11.1955
6.11.1955

Wirtschaft,  Minister  für  öffentliche  Arbeiten  und  Wiederaufbau:
Eugen  Huthmacher;  Minister  für  Finanzen  und  Forsten:  Adolf
Blind.
Der  Landtag  des  Saarlandes  beschließt,  sich  zum  17.  Dezember
1955  aufzulösen.
Die  Europäische  Kontrollkommission  betrachtet  ihre  Befugnisse
als  verlängert  bis  zur  Bildung  einer  Regierung  nach  Neuwahlen.
Die  pro-deutschen  Parteien  fordern  die  saarländische  Bevölkerung
  auf,  aus  Anlass  des  Rücktritts  von  Johannes  Hoffmann  zu
flaggen.  Bereits  einige  Tage  zuvor  hatte  Heinrich  Schneider  die
Industriellen  und  Unternehmer  aufgefordert,  die  Bevölkerung  mit
schwarz-rot-goldenen  Fahnen  auszustatten.  Insgesamt  reagieren
die  Saarländer  allerdings  sehr  zurückhaltend  auf  diese  Aufforderung.

Die  Übergangsregierung  Welsch  versammelt  sich  zum  ersten
Mal  im  Kabinett  und  beschließt:  a)  Die  Aufhebung  der  Ausweisungen,
  der  einstweiligen  Amtsenthebungen  und  der  Beschränkungen
  der  Aufenthaltsgenehmigungen  aus  politischen
Gründen,  b)  Die  Aufhebung  der  von  der  Regierung  Hoffmann
gegen  hohe  saarländische  Beamte  getroffenen  Maßnahmen,  die
sich  in  den  letzten  Tagen  vor  der  Volksabstimmung  demonstrativ
den  pro-deutschen  Parteien  angeschlossen  hatten,  c)  Die  Abschaffung
  des  Pressedienstes  der  saarländischen  Regierung,
d)  Die  Auszahlung  der  von  der  Regierung  Hoffmann  für  November
  und  Dezember  versprochenen  Sonderzuschüsse.  -
Außerdem  wird  Hermann  Görgen  seines  Amtes  als  Generaldirektor
  des  Saarländischen  Rundfunks  enthoben.
Erich  Ollenhauer,  Vorsitzender  der  bundesdeutschen  SPD,
befürwortet  die  Absicht  der  SPD-Saar,  mit  der  SPD  zu  fusionieren.

Die  Regierung  Welsch  entlässt  viele  Beamte.
Die  drei  saarländischen  Landräte,  die  vor  dem  Referendum  zurückgetreten
  sind,  werden  offiziell  wieder  in  ihre  Ämter
eingesetzt.
Die  Regierung  Welsch  ordnet  die  Auflösung  der  politischen  Abteilung
  der  saarländischen  Polizei  an.  Karl  Pölitz,  saarländischer
Polizeichef,  sowie  Franz  Schlehofer,  Chef  der  Präsidialkanzlei
bei  Johannes  Hoffmann,  und  Maria  Schweitzer  aus  dem  Amt  für
Auswärtige  Angelegenheiten  werden  ihrer  Ämter  enthoben.  Der
Chef  der  Grenzpolizei  Jacques  Becker,  der  während  des  Abstimmungskampfes
  Objekt  einer  pro-deutschen  Kampagne
gewesen  ist,  bittet  selbst  um  seine  Entlassung.  Der  Postbeamte
und  spätere  Saarbrücker  Bürgermeister  Karl  Heinz  Schneider,

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