Full text : Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa

30.7.1955

1.8.1955

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5.8.1955

7.8.1955

9.8.1955

12.8.1955

ten,  u.a.  der  Bundestagsabgeordnete  und  Vizepräsident  der  Partei,
  Wilhelm  Mellies,  sowie  der  Präsident  der  Kommission  für
Auswärtige  Angelegenheiten,  Herbert  Wehner,  teil.  Kurt  Conrad
wird  zum  Vorsitzenden  gewählt  und  kündigt  an,  dass  er  und
seine  Partei  sich  für  die  Ablehnung  des  Saarstatuts  einsetzen
werden.
Die  DPS  hält  ihre  erste  Versammlung  in  Saarbrücken  mit
Heinrich  Schneider  als  führendem  Redner  ab.  Nach  Berichten  der
bundesdeutschen  Presse  sind  3.000  Zuhörer  anwesend.  Schneider
lädt  die  Saarländer  dazu  ein,  dieselbe  Haltung  wie  1935  einzunehmen
  und  die  Rückkehr  zu  Deutschland  einzufordern.  Ein
Orchester  spielt  Militärmärsche  und  deutsche  Volkslieder  und
man  singt  „Deutschland,  Deutschland  über  alles“.
Ein  schwerer  Unfall  ereignet  sich  in  Dillingen.  Eine  Seitenwand
eines  Hochofens  stürzt  ein,  wobei  vier  Arbeiter  getötet  werden.
Die  neue  CDU  und  die  KPS  bemächtigen  sich  des  Vorfalls  und
bezeichnen  ihn  als  eine  der  Konsequenzen  der  gegenwärtigen
Regierungspolitik,  die  ein  Maximum  an  Profit  erzielen  wolle,
ohne  sich  um  Sicherheit  und  Modernisierung  Gedanken  zu
machen.
Zweite  Nummer  der  „Deutschen  Saar“.
Die  bundesdeutsche  CDU  veröffentlicht  einen  Artikel,  demzufolge
  die  Partei  das  Saarstatut  für  die  bestmögliche  Lösung  des
Saarproblems  halte.  Neben  anderen  wichtigen  Vorteilen  erlaube
das  Statut,  die  Hoffmann-Hector-Regierung  abzulösen.
Gründung  der  CDU  Saar:  Einstimmig  entschließen  sich  die  600
Delegierten,  den  Wählern  die  Ablehnung  des  Saarstatuts  zu  empfehlen.
  Ihrer  Einladung,  am  Gründungstag  der  Partei  teilzunehmen,
  ist  von  den  bundesdeutschen  CDU-Mitgliedem  nur  Karl
Walz  gefolgt,  der  allerdings  an  der  saarländischen  Grenze  zurückgeschickt
  worden  ist,  da  die  Überwachungskommission
seine  Anwesenheit  als  Einmischung  wertete.
Ein  Sprecher  des  Quai  d’Orsay  gibt  in  Paris  bekannt,  dass  die
Ablehnung  des  Statuts  durch  die  Saarbevölkerung  die  Erhaltung
des  Status  quo  ante  zu  Folge  habe,  und  schließt  die  Möglichkeit
neuer  deutsch-französischer  Saar-Verhandlungen  aus.  Die  prodeutschen
  Parteien  betrachten  diesen  Hinweis  als  Drohung
Frankreichs,  um  die  Saarländer  dazu  zu  bewegen,  mit  Ja  zu
stimmen.  Dies  sei  eine  offenkundige  Einmischung  seitens  Frankreichs.
  Quelle  Nr.  83
Die  Überwachungskommission  missbilligt  die  Anwesenheit  von
deutschen  Bundestagsabgeordneten  auf  der  Gründungsversammlung
  der  DSP.

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