23.-26.3.1955
24.3.1955
25.3.1955
26.3.1955
Währungsunion, woraus eine Wirtschaftsunion folgt. - Gesetzgebung
und Verordnungen im Bereich der Währung, des Zolls,
der indirekten und Umsatzsteuern treten gleichzeitig in Frankreich
und an der Saar in Kraft. - Die Strafen für Überschreitung
der Zollgesetze können an der Saar andere sein. Eine eigenständige
saarländische Zollverwaltung soll eingerichtet werden
unter französischer Leitung. Im genannten Steuerbereich können
mit Zustimmung der französischen Regierung bei besonders begründeten
Fällen Sonderregelungen gelten. Für die Bankenkontrolle
wird eine paritätische Kontrollkommission eingesetzt. -
Der französische Finanzminister wird bei Investitionsvorhaben
von Ausländem die Saarregierung zur Entscheidungsfindung eng
heranziehen. In dem französischen Investitionsausschuss, der die
Entscheidungen des französischen Finanzministers vorbereitet,
soll künftig ein Saarländer mit Sitz und Stimme an den Beratungen
teilnehmen. Ein Vertreter der saarländischen Regierung
nimmt, wenn gewünscht, an Außenhandelsvertragsverhandlungen
teil. Gegebenenfalls kann der Saaranteil vor den Verhandlungen
festgelegt werden. - Die beteiligten Regierungen verpflichten
sich, das normale Marktgeschehen nicht durch die eigene
Industrie bevorteilende Maßnahmen (Sozialabgaben, Steuern,
Löhne) zu stören. - Die Einheitlichkeit der Rechtsprechung in
Wirtschaftsfragen wird durch einen gemischt französischsaarländischen
Gerichtshof sichergestellt. Für Streitfälle zwischen
den Regierungen gilt die Regelung des Allgemeinen Abkommens
von 1953 (gemischte Kommission mit neutralem Präsidenten).
Debatte im französischen Rat der Republik über die Pariser Verträge.
Theodor Heuss ratifiziert die Pariser Verträge.
Das Bundesgesetzblatt veröffentlicht das Saarabkommen.
Annahme der Pariser Verträge einschließlich des Saarstatuts
durch den Rat der Republik: Mit Ausnahme der Kommunisten
sind alle Gruppen gespalten. Während Michel Debré für die Annahme
stimmt, lehnt eine große Mehrheit der Gaullisten die Verträge
ab. Das Votum der Sozialisten ist überwiegend zustimmend,
allerdings ebenfalls nicht einheitlich. Die Unabhängigen
und die Radikalen, aus deren Reihen Ministerpräsident und
Außenminister stammen, sind ebenso gespalten wie der Mouvement
Républicain Populaire (MRP). Während Emest Pezet sich
für das Vertragswerk ausspricht, zählt Léo Hamon zu den
schärfsten Kritikern. - Die Auseinandersetzungen gelten vor
allem dem Protokoll zur Änderung des Brüsseler Vertrags.
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