Full text : Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa

2.3.1955

4.3.1955

9.3.1955

9.3.1955

18.3.3955

18.3.1955
21.3.1955

Da  die  Einheitsgewerkschaft  einen  Antrag  gegen  die  saarländische
  Regierung  und  die  Schiedskommission  wegen  des  Metallarbeiterstreiks
  gestellt  hat,  zieht  Hoffmann  eine  offizielle  Erklärung
  des  Arbeitsministers  Klein  zum  Metallarbeiterstreik  vor
dem  Landtag  zurück.
Eine  von  Johannes  Hoffmann  angeführte,  saarländische  Delegation
  begibt  sich  nach  Paris,  um  die  saarländisch-französischen
Wirtschaftsverhandlungen  wiederaufzunehmen.  Auf  französischer
  Seite  nehmen  Faure,  Pinay,  Schuman,  Grandval  und  die  für
das  Saarland  verantwortlichen  Beamten  des  Quai  d’Orsay  teil,
auf  saarländischer  Seite  neben  Hoffmann  und  seinen  Ministem
auch  die  ehemaligen  SPS-Minister  Kim  und  Braun.
Erklärung  von  Außenminister  Eden:  Die  britische  Regierung  werde
  das  Saarstatut  nach  seiner  Annahme  bis  zum  Abschluss  des
Friedensvertrags  unterstützen.  Sie  werde  ferner  auf  jeder  Konferenz
  für  jede  Lösung  eintreten,  welche  die  Zustimmung  des
saarländischen  Volkes  und  der  Regierungen  Frankreichs  und  der
Bundesrepublik  finde.
In  Bonn  wird  offiziell  bekanntgegeben,  dass  der  Bundeskanzler
angeordnet  habe,  jede  Unterstützung  des  Saarbundes  zu  verbieten.
  Diesem  Verbot  vorausgegangen  ist  die  Verteilung  von
Flugblättern  während  der  Bundestagsdebatte  durch  den  Saarbund
mit  der  Aufschrift:  „Kain,  was  hast  du  deinem  Bruder  Abel
getan?  -  Konrad,  was  hast  du  mit  der  Saar  gemacht?“.
Der  Bundesrat  nimmt  die  Pariser  Verträge  einschließlich  des
Saarabkommens  an,  wenn  auch  mit  knapperer  Mehrheit  für  das
Saarabkommen  als  für  die  übrigen  Verträge.  Eine  Resolution  zur
Saar  wird  verabschiedet:  Das  Saarstatut  beeinflusst  nicht  die
Zugehörigkeit  der  Saar  zu  den  deutschen  Staatsgrenzen  von
1937,  ebensowenig  wie  die  Zugehörigkeit  des  saarländischen
Volkes  zum  deutschen  Volk.  Aufgabe  der  Europäischen
Kommission  ist  es  vor  allem,  die  demokratischen  Freiheiten
sicherzustellen.  Das  Statut  soll  gewährleisten,  dass  die  saarländische
  Bevölkerung  sich  bei  Abschluss  des  Friedensvertrags
frei  zugunsten  seiner  Zugehörigkeit  zum  deutschen  Volk  äußern
kann.  Anlässlich  des  Referendums  dürfen  keine  polizeistaatlichen
  und  einseitigen  Propagandamethoden  zum  Zuge  kommen.
Der  Bundesrat  erwartet,  dass  die  Bundesregierung  ökonomische
Hilfen  erst  einer  neu  gewählten  Landesregierung  gewährt.
Die  SPD  legt  vor  dem  Bundesverfassungsgericht  in  Karlsruhe
Klage  gegen  das  Saarabkommen  ein.
Protokoll  über  die  französisch-saarländische  wirtschaftliche  Zusammenarbeit:
  Frankreich  und  die  Saar  besitzen  eine  Zoll-  und

172
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.