23.2.1955
24.-25.2.1955
24.-27.2.1955
25.2.1955
28.2.1955
Streikende wird für Dienstag, 24. Februar 1955, 6.00 Uhr angekündigt.
Commission Lorraine-Alsace-Sarre: Ohne die Stellungnahme der
interessierten Wirtschaftsorganisationen abzuwarten, legt die
saarländische Regierung durch Erlass die Zusammensetzung der
saarländischen Vertretung in der paritätisch besetzten Kommission
fest. Dabei ist die saarländische Industrie insofern benachteiligt
worden, als ihr nur zwei Sitze in der Kommission zugedacht
worden sind, während in der französischen Gruppe die Industrie
sechs Sitze einnimmt.
Generalstreik im Saarland: Trotz des offiziellen Streikendes am
24. Februar, morgens 6.00 Uhr, setzen die Arbeiter der Röchling-Werke
Völklingen ihren Streik fort und marschieren in großer
Zahl über Luisenthal nach Burbach in Richtung Saarbrücken, ln
Burbach wird der Marsch von der Polizei gewaltsam aufgelöst.
Dennoch sammelt sich ein großer Teil später beim Landtagsgebäude
in Saarbrücken, wo noch heftigere Straßenschlachten mit
der Polizei stattfinden. Der Streikgrund ist ausschließlich politisch:
Es geht um den Kampf um das volle Tarifrecht, das heißt,
gegen die Zwangsschlichtung. Diese Ereignisse bringen sofort
auch Arbeiter anderer Gewerkschaften auf die Straße. Den
Vorständen der Einheitsgewerkschaft und des IV Metall droht
das Geschehen aus den Händen zu gleiten. So ruft die Einheitsgewerkschaft
(nicht die christliche Gewerkschaft) für den
25. Februar den Generalstreik aus, der am 24. Februar schon
faktisch angelaufen ist. Der Generalstreik endet mit massiven
Polizeiaktionen, ohne dass die Forderungen der Gewerkschaften
erfüllt werden.
Zweite und dritte Lesung der Pariser Verträge im Bundestag:
FDP und GB/BHE stimmen gegen den Saarvertrag, während
Kaiser und die FDP-Minister mit Ausnahme Vizekanzler
Blüchers fembleiben. Adenauer formuliert als Zweck des Statuts:
Entfernung Grandvals und Hoffmanns im Vertrauen darauf, dass
dann das Saarvolk von den Freiheiten, die ihm zugesichert sind,
den rechten Gebrauch mache, weil sie Deutsche seien. - Es wird
berichtet, Hoffmann habe unmittelbar nachdem er diesen Ausspruch
in der über Radio übertragenen Bundestagssitzung hörte,
Anweisung gegeben, die Kontakte mit deutschen Beamten abzubrechen.
Letztlich werden am 27. Februar 1955 die Pariser
Verträge einschließlich des Saarabkommens mit 264 Stimmen
bei 204 Gegenstimmen und neun Enthaltungen angenommen.
Edgar Faurc neuer französischer Ministerpräsident.
Vize-Kanzler Blücher schlägt Adenauer seinen Rücktritt vor.
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