Full text : Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa

31.1.1955

5.2.1955

5.2.1955

8.2.1955
8.2.1955

9.2.1955
11.2.1955
20.2.1955
21.-24.2.1955

da  er  nicht  die  Absicht  habe,  eine  Waffe  aus  der  Hand  zu  geben,
die  dazu  dienen  könnte,  ihn  von  den  Franzosen  zu  trennen.
Beginn  der  französisch-saarländischen  Wirtschaftsgespräche.
Delegationsleiter  auf  französischer  Seite  ist  Frédéric  Surleau,  auf
saarländischer  Johannes  Hoffmann.
Sturz  der  Regierung  Mendès  France  aus  Anlass  der  Nord-Afrika-Debatte.
  Die  saarländisch-französischen  Wirtschaftsgespräche
werden  unterbrochen.
Anschlag  auf  Ministerpräsident  Hoffmann:  Am  Morgen  kommt
im  Privathaus  des  Ministerpräsidenten  auf  dem  normalen
Postweg  ein  Paket  von  ca.  250  Gramm  mit  einem  Begleitbrief  an,
aus  dem  hervorgeht,  das  Paket  enthalte  interessante  Dokumente
über  Kollaborateure.  In  Abwesenheit  seines  Vaters  nimmt  Franz
Hoffmann  das  Paket  in  Empfang  und  beginnt  es  zu  öffnen.  Die
Verpackung  erscheint  ihm  dann  aber  so  verdächtig,  dass  er  das
Paket  zur  Polizei  bringt.  Diese  stellt  sofort  einen  Sprengkörper
fest,  der  ausgereicht  hätte,  einen  unvorsichtigen  Empfänger  des
Pakets  schwer  zu  verletzen  oder  zu  töten.  Als  Tatverdächtiger
gilt  ein  Matthias  Heinrich  Goebel  aus  München,  der  im  Verlauf
einer  kurzen  Reise  in  das  Saarland  das  Paket  in  Neunkirchen
aufgegeben  hatte.  -  Heute  zugängliche  Quellen  beweisen,  dass
der  Anschlag  vom  DDR-Staatssicherheitsdienst  geplant  und
durchgeführt  wurde,  unter  Nutzung  der  Personalpapiere  von
Heinrich  Goebel.
Neuer  Chefredakteur  der  „Saarbrücker  Zeitung“  wird  Claus
Becker  von  der  „Neuen  Woche“.
Walz,  Conrad  und  Schneider  protestieren  bei  Hallstein  und
Blankenhom  gegen  die  Kontakte  der  bundesdeutschen  Regierung
mit  der  saarländischen  Regierung.  Einen  Tag  später  erklärte  ein
Sprecher  der  Bundesregierung,  dass  solche  Kontakte  im  Rahmen
des  Abkommens  vom  23.  Oktober  1954  völlig  normal  seien.  Die
so  genannten  Geheimabkommen  Hoffmanns  mit  Mendès  France
seien  vor  der  Unterzeichnung  des  Abkommens  entstanden  und
hätten  deshalb  jegliche  Wirkung  verloren.
Die  DP  erklärt,  sie  werde  die  Pariser  Verträge  in  ihrer  Gesamtheit
  unterstützen.
Jean  Filliol  verlässt  die  französische  Botschaft  in  Saarbrücken.
Der  BHE-Kongress  spricht  sich  gegen  den  Saarvertrag  aus.
Hütten-  und  Metallarbeiterstreik  nach  vorausgegangener  Zwangsschlichtung:
  Dem  Streik  waren  zwei  Jahre  erfolgloser  Lohnforderungen
  vorausgegangen.  Am  Streik  beteiligen  sich  außer  Dillingen
  fast  sämtliche  saarländischen  Hütten-  und  Metallbetriebe.  Das

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