Full text : Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa

14.1.1955

16.1.1955
18.1.1955
20.1.1955
22.1.1955

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27.1.1955

31.1.1955

bereich  an  erster  Stelle  aller  Länder  der  Welt.  Im  Jahr  1954  hat
das  Saarland  durchschnittlich  einen  Betrag  von  487  DM  pro  Einwohner
  aus  öffentlichen  Mitteln  ausgegeben,  gefolgt  von  Luxemburg
  mit  420  DM,  dann  von  Frankreich  mit  403  DM  und  erst  auf
dem  sechsten  Rang  die  Bundesrepublik  mit  326  DM.
Treffen  von  Mendes  France  und  Adenauer  in  Baden-Baden.  Die
Regierungschefs  einigen  sich  über  die  zur  Vorbereitung  der
Volksabstimmung  zu  treffenden  Maßnahmen  und  darüber,  dass
die  Abstimmung  selbst  unter  Kontrolle  einer  internationalen
Kommission  stattfinden  solle.  Weiterhin  vereinbaren  sie,  Großbritannien
  und  die  USA  um  die  Garantie  des  Saarstatuts  zu  bitten.
  Allerdings  werden  lediglich  die  Modalitäten  der  Anwendung
des  Saarabkommens  erörtert,  eine  Interpretation  des  Abkommens
steht  nicht  zur  Debatte.  Die  Enttäuschung  über  den  Verlauf  der
Baden-Badener  Gespräche  bleibt  nicht  ohne  Einfluss  auf  die
Mehrheit  des  Bundestages.
Mit  543  von  555  Stimmen  wird  Johannes  Hoffmann  als
Vorsitzender  der  CVP  wiedergewählt.
Wirtschaftsminister  Ludwig  Erhard  prüft  in  Paris  mit  Mendes
France  die  Probleme  der  deutsch-französischen  Wirtschaftsbeziehungen.

Buron  wird  französischer  Finanzminister.
Die  saarländische  Presse  gibt  bekannt,  dass  die  Investitionskommission
  der  französischen  Nationalversammlung  einen  Betrag
von  13,9  Milliarden  Francs  für  die  Saar  vorsieht.  Die  Saarländer
zeigen  sich  allerdings  enttäuscht  über  die  geringe  Höhe  der
französischen  Kredite.
Die  beiden  Gewerkschaften  der  Hüttenindustrie  fordern  eine  Lohnzulage
  von  15  %  und  versichern,  dass  sie  bereit  sind,  alle  Mittel
und  Wege,  auch  den  Streik,  zu  nutzen,  um  ihre  Forderung
durchzusetzen.
Das  Präsidium  des  Obersten  Sowjet  erklärt  den  Kriegszustand
mit  Deutschland  für  beendet.
Professor  Hermann  Matthias  Görgen  wird  zum  Generaldirektor
des  Saarländischen  Rundfunks  gewählt.
Der  Saarländische  Landtag  stimmt  für  ein  Gesetz  über  die
Steuerreform,  welches  Erleichterungen  im  Hinblick  auf  die
privaten  Investitionen  bringen  soll.  Für  das  Gesetz  votieren  nur
die  CVP-Abgeordneten.  Die  SPS  sieht  in  dieser  Gesetzesvorlage
einen  neuen  Beweis  für  die  reaktionäre  Politik  der  CVP.
Unterredung  von  Hoffmann  und  Erhard  in  Paris.  Hoffmann  verweigert
  seine  Unterschrift  unter  das  Protokoll  der  Besprechung,

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