Full text : Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa

3.10.1954
8.10.1954
11.-16.10.1954
12.10.1954
16.10.1954
19.10.1954
19.10.1954
19.10.1954
20.10.1954

men  nicht  vorlegen,  wenn  nicht  gleichzeitig  eine  Lösung  der
Saarfrage  vorgesehen  würde.
Londoner  Akte.  -  Wunsch  der  Westmächte,  das  Besatzungsregime
  sobald  wie  möglich  zu  beenden.  Die  deutsche  Souveränität
soll  nunmehr  wiederhergestellt  werden  und  die  Bundesrepublik
einerseits  im  Rahmen  des  Brüsseler  Paktes  und  andererseits  in
der  Mitgliedschaft  zur  NATO  ihren  Verteidigungsbeitrag  leisten.
Mendes  France  verspricht  der  Nationalversammlung,  ihr  die  aus
der  Londoner  Konferenz  hervorgehenden  Abkommen  erst  dann
zur  Ratifizierung  vorzulegen,  wenn  ein  Saarstatut  vereinbart  ist.
Französisch-saarländische  Expertengespräche  zum  künftigen
Saarvertrag.
Vertrauensvotum  der  französischen  Nationalversammlung  für  die
Londoner  Vereinbarungen.
Notenwechsel  zwischen  der  französischen  und  der  saarländischen
  Regierung  legt  die  Grundzüge  der  französisch-saarländischen
  Zusammenarbeit  fest:  Unabhängig  von  den  zukünftigen
  deutsch-französischen  Verhandlungen  soll  die  französisch-saarländische
  Wirtschaftsunion  auf  der  Basis  der  Verträge
von  1953  weiterbestehen.
Adenauer,  begleitet  von  Hallstein,  Blank,  Blankenhom  u.a.,  trifft
in  Paris  ein.  In  den  deutsch-französischen  Verhandlungen,  die
teils  direkt  zwischen  Adenauer  und  Mendes  France,  teils  von  den
jeweiligen  Delegationen  aus  Ministem,  Diplomaten  und  Experten
geführt  werden,  spielt  die  Saarfrage  eine  wichtige  Rolle.
Die  Einheitsgewerkschaft  Saar  stimmt  für  eine  Resolution  über
die  Röchlingschen  Eisen-  und  Stahlwerke  in  Völklingen:  Sie
erwartet  eine  Intervention  der  saarländischen  Regierung,  um  die
Interessen  des  Landes  und  besonders  die  der  saarländischen
Arbeiterschaft  zu  wahren.  Des  weiteren  erinnert  sie  daran,  dass
die  saarländische  Verfassung  die  Nationalisierung  der  Basisindustrien
  vorsieht.
Die  französische  Regierung  überreicht  Adenauer  in  La  Celle-St.
  Cloud  den  Vertragsentwurf  für  ein  Saarabkommen,  das  weitgehend
  den  traditionellen  französischen  Forderungen  entspricht.
Innerhalb  von  drei  Tagen  muss  eine  Einigung  erreicht  sein.  In
dieser  Lage  beruft  Adenauer  die  Vorsitzenden  der  Fraktionen  der
Regierungsparteien  im  Bundestag  nach  Paris.  Auf  Drängen  der
CDU  und  der  FDP  wird  auch  Ollenhauer  nach  Paris  geladen.
Bei  den  Gesprächen  in  Paris  sind  der  Brüsseler  Pakt,  die  Zulassung
  der  Bundesrepublik  zur  NATO  sowie  das  Ende  des  Besatzungsregimes
  Verhandlungsschwerpunkte.  Die  Saardebatte  wird

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