Full text : Das Saarland zwischen Frankreich, Deutschland und Europa

10.7.1953

22.7.1953
27.7.1953
Aug.-Okt.

Aug.  1953

5.8.1953

12.8.1953

20.8.1953
21.8.1953

Änderung  des  Gesetzes  über  die  saarländische  Staatsangehörigkeit:
  Verlust  der  saarländischen  Staatsangehörigkeit  für  Saarländer,
  die  sich  als  Abgeordnete  in  einem  ausländischen  Parlament
  bewerben.  (Anlass:  Die  bundesdeutschen  Parteien  haben
den  Führern  der  saarländischen  Oppositionsparteien  Bundestagssitze
  angeboten.)
Kultusminister  Franz  Singer  gestorben.
Waffenstillstandsabkommen  in  Korea.
1953  Streikwelle  in  Frankreich,  ausgelöst  durch  die  Sparmaßnahmen
der  Regierung  Laniel  und  durch  die  Modernisierung  der  Landwirtschaft
  -  Das  Ziel  einer  orthodoxen  Finanzpolitik  trifft  vor
allem  die  öffentlichen  Bediensteten  und  die  nationalisierten
Unternehmen.  Unter  anderem  soll  das  Rentenalter  heraufgesetzt
werden.
Fusionsverhandlungen  zwischen  IG  Bergbau  und  verhandlungsbereiten
  Teilen  des  IV  Bergbau.  Nach  erzielter  Einigung  am
12.  August  1953  durch  Einschaltung  des  Bundes  Freier  Gewerkschaften
  erfolgt  die  Umbenennung  in  Neuer  IV  Bergbau.  Der  alte
Verband  -  zahlenmäßig  weitaus  stärker  -  bleibt  weiterhin
verboten.  Die  neue  Gewerkschaft,  seit  März  1954  unter  dem
Vorsitz  von  Jakob  Görgen,  zählt  maximal  10.000  Mitglieder,
rund  30.000  Mitglieder  des  alten  IV  Bergbau  bleiben  abseits.
Erste  Informationen  über  das  Vorhaben  eines  Putsches  von  Prinz
zu  Löwenstein,  Präsident  der  Deutschen  Aktion.  Die  Absicht
eines  Aufrufs  zum  Aufstand,  geplant  für  den  16.  August,  wird
von  der  saarländischen  Polizei  vereitelt.
François-Poncet  wird  bei  Staatssekretär  Hallstein  wegen  der
Saaraktivitäten  des  Prinzen  zu  Löwenstein  vorstellig.  Die  Bundesbehörden
  intervenieren  daraufhin  beim  FDP-Vorstand,  der
Löwenstein  bittet,  von  seinen  Plänen  abzusehen.
Absetzung  des  Sultans  von  Marokko  durch  Frankreich.
Pressekonferenz  Hoffmanns  zum  Saar-Putschversuch  von
Löwenstein.  Es  wird  unter  anderem  bekannt  gegeben,  dass
Matrizen  gefunden  wurden  mit  dem  Aufruf  „Heute  morgen
haben  deutsche  Männer  und  Frauen  im  Namen  des  Rechts  die
Saargrenze  in  beiden  Richtungen  ohne  Pass  überschritten  und
sich  diesseits  und  jenseits  verbrüdert.  Im  Bundesland  Saar  ist
bereits  in  mehreren  Orten  an  die  Stelle  der  Diktatur  die  politische
Freiheit  getreten!  Die  schwarz-rot-goldenen  Farben  wurden  auf
Rathäusern  und  öffentlichen  Plätzen  gehisst,  zum  sichtbaren
Zeichen,  dass  die  Saar  zu  Deutschland  gehört  und  dem
Hoheitsrecht  der  Bundesrepublik  untersteht.“  -  In  der  Nacht  vom
14.  zum  15.  und  vom  15.  zum  16.  August  sollten  200  Studenten

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