Full text: Die Berliner Herpin-Handschrift in der Staatsbibliothek zu Berlin (Ms. Germ. Fol. 464)

(Bl. 215r/Abb. 90): Rechts im Hinter- und Mittelgrund ragt die felsige Steilküste mit kantigen Rei¬ 
sen aus dem Meer auf die durch Staffelung Räumlichkeit erzeugen. Hinter dem hohen Hügel erscheint die 
Burganlage, deren hoher Donjon mit mehreren Erkern %um Meer ausgerichtet ist. Eine hohe Mauer mit 
rechtwinkligen Zinnen umgibt die Burganlage, die durch Rundtürme gegliedert ist. Im Vordergrund segelt 
das Schiff mit Elorentine und Balduin, die nebeneinander an Bord stehen, und am Heck steuert der 
Bootsführer. Die Geschwindigkeit des Schiffes verdeutlichte der Zeichner auf der Wasseroberfläche: Dünne 
Eederstriche, teilweise mit kleinen Verwirbelungen sind entlang des Schiffsrumpfes gezogen. Im Hinter¬ 
grund segelt eine Karacke mit geblähtem Segel. 
4.6. Disposition von Illustrationen und Text 
Eine der auffallenden formalen Eigenheiten des Illustrationsschemas der Berliner Hand¬ 
schrift ist die Disposition von Bild und Text. Wie bereits erwähnt, sind die Bilder blockar¬ 
tig vor den zu illustrierenden Kapiteln eingeschoben. Eröffnet wird die Erzählung mit ei¬ 
ner ganzseitigen, in drei Bildstreifen unterteilten Miniatur, deren Kapitellänge über neun 
Textseiten reicht. Vor die Kapitel zwei bis elf, deren Texdänge unter neun Seiten beträgt, 
sind jeweils halbseitige Illustrationen zugeordnet. Die nächsten zwei Kapitel sind mit je- 
weüs einer ganz- und einer halbseitigen Miniatur inseriert. Auf Grund der drei Kapitelsei¬ 
ten sind das vierzehnte und sechzehnte lediglich mit einer halbseitigen Illustration bebil¬ 
dert. Das fünfzehnte und die nachfolgenden Kapitel, deren Textlänge genau oder mehr als 
zehn Seiten beträgt, sind mit zwei bis fünf Illustrationen verbildlicht.4111 Eine Ausnahme 
stellt Kapitel XX dar, das mit zwölf Seiten Textlänge mit nur einem ganzseitigen Büd ver¬ 
sehen wurde. Vor den kurzen Kapiteln, deren Textlänge unter zehn Seiten liegt, sind häu¬ 
fig ganz- oder halbseitige Miniaturen platziert.4,1 Bei den kurzen Kapiteln gibt es mehrere 
Ausnahmen, die mit zwei bis drei ganz- oder halbseitigen Illustrationen bebüdert sind.4 ~ 
Zwei längere Erzählabschnitte sind an Schlüsselszenen der Erzählung durch Bildsequen¬ 
zen unterbrochen. Die Textpassage des XVIII. Kapitels ist insgesamt 78 Seiten lang, die 
mittels der Illustrationen in drei Abschnitte unterteilt ist: Der erste Abschnitt mit 44 Sei¬ 
ten ist der größte, die anderen erreichen acht und dreizehn Seiten. 
Der den ersten Textabschnitt bebildernde Block ist dem Kapitel vorangestellt und um¬ 
fasst vier ganzseitige Illustrationen und eine halbseitige Miniatur. Die nachfolgenden Bild¬ 
blöcke setzen sich aus jeweils zwei ganzseitigen Illustrationen zusammen. Das zweite un¬ 
terteilte Kapitel ist das XXXII., das insgesamt 34 Seiten umfasst, in denen nach jeweils 
acht Seiten die erste und zweite bildliche Zäsur mit jeweils zwei ganzseitigen Illustrationen 
gesetzt ist. Die Leerstellen für die nachfolgenden Illustrationen, die ab dem XLII. Kapitel 
folgen, weisen eine ähnliche Bebilderungsstruktur auf. Bei den Kapiteln mit mehr als zehn 
Seiten Länge sind zwischen zwei und fünf Bildfelder vorgesehen. Die Kapitel XLVII, L, 
430 Das XXV. Kapitel ist mit drei Miniaturen ausgestattet und die nachfolgenden Kapitel wie folgt — die 
Kapitel sind in römischen Ziffern wiedergegeben und die Anzahl der Miniaturen steht in runden Klam¬ 
mern: XVII (drei), XIX (vier), XXI (fünf), XXII (drei), XXIII (drei), XXVIII (drei), XXXI (drei), 
XXXIV (drei), XXXV (drei) und XLI (drei). 
431 Vor allem die Kapitel XVI, XXV, XXX, XXXVIII, XXXIX und XL. 
432 Hierbei handelt es sich um die Kapitel XXIV (drei), XXVI (zwei), XXVII (drei), XXIX (zwei), XXXIII 
(zwei) und XXXVII (drei). 
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