Full text: Vorlesungen über praktische Philosophie

Grandkategorien. 
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endung, Ist ein Werdegang in ihm geendet, so besagt doch 
dies Enden nicht Angrenzen an Nichts. Der ganze ver¬ 
neinende Sinn des Endens, als hieße es, dem Nichtsein Platz 
machen, kommt in der Voll-endung zu Fall. Was sich voll¬ 
endet, endet zwar, nämlich es entstirbt seiner Sonderheit, 
aber nur, indem es zurückgeht in die Ungesondertheit und 
von ihr gerade sein volles, gediegenes Sein zurückempfängt. 
Es wird also Erfüllung, erfülltes, ganz erfülltes, somit 
volles Sein, welches es so lange nicht war, als es im abteiligen 
Schrittgang selbst erst des Werdens teilhaft wurde. 
Macht man sich so das Grundgesetz des logischen Drei¬ 
schritts klar, so wird man nichts Unlebendiges, bloß Sche¬ 
matisches mehr darin sehen. Wahrlich nicht um die Dreizahl 
ist es dabei zu tun, die hilft allenfalls zum bequemen Er¬ 
innern; sondern auf die schlechthin unentrinnbare Wechsel- 
bezüglichkeit der drei Phasen oder Momente kommt es an, 
auf die Dreieinheit, welche wahrlich mehr ist als bloße 
Aufzählung. Jndem auf die Einheit der Drei das ganze Ge¬ 
wicht fällt, ist es gar keine Aufzählung mehr, da sie mit der 
Eins — nicht einmal anfinge, oder mit dem Anfang auch 
gleich am Ende wäre. Die Einheit ist vielmehr Einigkeit, 
ursprüngliches Eins sein ; dann zwar sich auseinander legend; 
mit diesem Sich-auseinander-legen aber ist schon die Drei¬ 
heit unentrinnbar gesetzt, denn es liegt darin der Sinn des 
Einen und Andern und (in dem „Sich") wiederum auch die 
Einheit beider. Das sind aber die drei Momente, drei doch 
nur im Einen, wie Eines in den Dreien. 
§ 21. Dies also sind die ersten Ausstrahlungen des reinen 
Seins, also die ersten Kategorien; aber, als die ersten, zwar 
allbeherrschend, für alle weiteren bestimmend, dochdas System 
erst eröffnend und zur Aufgabe stellend, für seine Entwicke¬ 
lung das Gesetz nur erst gebend, nicht auch schon vollziehend. 
Gesetzgebende und vollziehende Gewalt sind auch im Lo¬ 
gischen zu scheiden. Ganz dies war aber der Sinn der „Mo¬
	        

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