Praktik. 3. Philosophie der Erziehung.
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zen bei seiner Arbeit sein kann. Das also ist das wesentliche
Ziel sozialer Erziehung: daß jeder seine Arbeit finden, sie
ganz als die seine empfinden und so nicht bloß mit Kopf und
Hand, sondern auch mit dem Herzen dabei sein kann. Die
Folgen, die entstehen, wo dies nicht erreicht wird, liegen heute
so offen zutage, daß es kaum mehr nötig ist, dabei zu verweilen
(Vgl. ,,Sozialidealismus“ III. 2.). Die hier für uns
vorzüglich wichtige Folge hieraus ist aber, daß solche Erziehung
zur Gemeinschaft gar nicht anders zu erreichen ist
als durch die Gemeinschaft selbst; nämlich durch eine Ordnung
des Ganzen der gemeinschaftlichen Arbeit, die, eben
als ganze, aus gleicher innerer Notwendigkeit, und darum
einheitlich, dahin wirkt, eben diesen Gemeinsinn der Arbeit
in allen Einzelnen zu erzeugen, zu erhalten und zu stärken;
während die gegenwärtige (sich so nennende) Ordnung offenbar
die gerade entgegengesetzte Wirkung hat. Nur so wird
die Erziehung soziale Erziehung, Erziehung zur Gemeinschaft
sein, daß sie sich mitten hineinstellt in das gemeinsame Arbeitsleben
als der Lebensgrund der Gemeinschaft selbst. Das
bedeutet aber, daß sie selbst, die Erziehung, sich als genossenschaftliche
gestalten muß auf dem Grunde genossenschaftlicher
Gestaltung des Ganzen der gemeinsamen
Arbeit, des ganzen Arbeitslebens der Gemeinschaft; so unmittelbar
eins mit diesem, daß es der Vermittelung durch die
rechtlichen Ordnungen wenig und immer weniger mehr bedarf.
Diese selbst werden eben dann nur nach dem Prinzip
der Genossenschaft, d. h. nicht bloß im Ziel, sondern in ihren
eigenen Grundlagen sozial gestaltet werden müssen und sich
von selbst so gestalten; so dass das Prinzip der Genossenschaft
(Vgl. S.-I. S. 58) sich durchaus gleichmäßig und in genauer
innerer Wechselbeziehung auf die drei Richtungen des Gemeinlebens:
soziale Wirtschaft, soziales Rechts- und Staatsleben,
soziale Erziehung, erstreckt, und zwar unter beherrschender
Zentralstellung der letzteren. Denn die Erziehung,