Volltext: Vorlesungen über praktische Philosophie

Allgemein-systematische Grundlegung. 
II 
von ihm erst ausgegangen, nicht mehr es selbst ist. Also ist 
man nicht genötigt, ihm das Sein abzusprechen, wenn man 
sich nur bewußt bleibt, daß für es das Sein etwas anderes 
bedeutet als für alles, was eben nur ein Seiendes ist und nicht 
es selbst, das Sein. Wir nannten es schon: das Ur-Sein, im 
Unterschied von allem abgeleiteterweise nur Seienden, dem 
jenes allein das Sein in zweiter Bedeutung gibt. 
§ 6. Nachdem wir so des letzten Ausgangspunktes ver¬ 
sichert sind, sind wir nun schon vorbereitet drei schlechthin 
für alles weitere maßgebliche Absichten des Urverhältnisses 
des Letztgebenden und Gegebenen zu unterscheiden. Das ist 
schon eine erste Ausstrahlung aus jenem Urlichtquell. Nämlich: 
i. Es, jenes letzte Es, stellt sich überhaupt dar, tritt aus 
sichheraus,spricht gleichsam, vorerst ungefragt wem; präsent, 
aber flüchtig. Etwas leuchtet auf; etwas, noch ganz unbe¬ 
stimmt was, nur irgendwas. Aber schon darin liegt ein Min¬ 
destes von Positivität, von Seinsbestand. Sei es nicht mehr 
als der Nullpunkt, von dem es ausgeht, so ist es doch nicht 
nichts, so schließt es doch schon in sich das ganze Gewaltige, 
selbst Unfaßliche, weil alles in sich Fassende: daß überhaupt 
etwas ist. Von diesem letzten Punkte aus müssen die Wege 
des Seins, alles Seins, ins Unendliche und in die unendlichen 
Richtungen und Dimensionen, in die es sich entwickelt, vor¬ 
aus zwar nicht bestimmt aber bestimmbar sein. Als erste, 
als Anfangssetzung, als die Setzung des Anfangs selbst, 
trägt sie schon in sich die Vorausbeziehung auf das, was da¬ 
mit angefangen wird oder vielmehr anfängt, oder, wie wir 
auch sagen, anhebt. Dies ist aber nichts anderes als der höchst 
philosophische, grundkategoriale Sinn des ,,Möglichen“, 
der hiermit also auf gestellt und nach seiner schlechthin uni¬ 
versalen Bedeutung und Funktion gesichert ist. Das also 
ist die unumgänglich erste Ansicht des ,,Es gibt“. 
§ 7. 2. Das Nächste ist: Es stellt sich Einem dar, oder, 
um im Gleichnis zu bleiben, es spricht ihm und wird von ihm
	        

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