Full text: Zur Lehre vom Gemüt

Zur Lehre vom Gemüt. 
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empfindung als Bestimmtheitsbesonderheit des Bewußtseins 
anzusetzen. 
Die Zergliederung der „Gefühle“ lehrt, auch wenn wir 
sie uns zunächst nur durch ihr Zuständliches und ihr „ma߬ 
gebendes“ Gegenständliches klar machen, daß doch die „be¬ 
gleitende“ Körperempfindung schon von vornherein immer mit 
darin ist. Nicht das „Gefühl“ im Sinne eines Zusammens, das 
nur etwa das maßgebende Gegenständliche und das Zuständliche 
umfaßte, wirkt überhaupt erst die „begleitende“ Körper¬ 
empfindung, sondern bei jedem „Gefühl“ ist diese schon stets 
mitgegeben. Das Gefühl der Furcht bewirkt nicht erst die 
Schlaffheitsempfindung, das „Gefühl“ des Schreckens und der 
„Ehrfurcht“ nicht erst die Empfindung des Schauders, das 
„Gefühl“ des Stolzes nicht erst die Spannungsempfindung, 
sondern diese Körperempfindungen sind von Anfang an 
in den „Gefühlen“ selber mitenthalten. 
Mit diesen begleitenden Körperempfindungen in den „Ge¬ 
fühlen“ ist deshalb auch nicht zusammen zu werfen, sondern 
bestimmt zu unterscheiden, was man die „Gefühlsäußerungen“ 
zu nennen pflegt. Unter diesen verstehen wir Veränderungen 
des menschlichen Leibes, die allerdings mit den „Gefühlen“ 
sicherlich Zusammenhängen. 
Es sind die in erster Linie für den beobachtenden Dritten 
wahrnehmbaren Veränderungen des Leibes, die von bestimmten 
„Gefühlen“ des mit diesem Leibe verbundenen Bewußtseins 
dem Beobachter Kunde geben, also „nach Außen“ d. h. für ein 
anderes Bewußtsein als Anzeichen dafür dienen, welches be¬ 
sondere „Gefühl“ dem betreffenden Bewußtsein wohl eigen ist. 
Nach unserer Erfahrung sind diese Leibes Veränderungen 
in innigem Zusammen mit den „Gefühlen“ des in Frage kom¬ 
menden Bewußtseins gegeben, so daß wir von dem Dasein be¬ 
stimmter Leibes Veränderungen auf das Dasein bestimmter 
„Gefühle“ zu schließen berechtigt sind, wenn wir den Fall 
ausnehmen, daß jenes Bewußtsein als Wille das Auftreten der 
Gefühlsäußerung, z, B. ein Lachen, ein Stirnrunzeln u. a. m„ 
unterdrückt. Ist nämlich das Unterdrücken solcher Gefühls¬ 
äußerung auch möglich, so läßt diese Tatsache den Schluß 
vom Auftreten einer sogenannten Gefühlsäußerung auf das 
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