Full text: Zur Lehre vom Gemüt

Zur Lehre vom Gemüt. 
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besonderes Gefühl, das angeblich eine „Gefühlsmischung“ sei, 
nicht anerkennen zu können. Daß eine Mehrzahl von beson¬ 
derem Gegenständlichen des Bewußtseins, nämlich verschiedene 
besondere Empfindungen und „Vorstellungen“ in dem einen 
Augenblicke samt und sonders, wenn auch in verschiedenem 
Grade, bedingend für das „eine“ mit ihnen auftretende Gefühl 
seien und daß dasjenige Gegenständliche, auf das die Auf¬ 
merksamkeit gerichtet ist und das demnach, wie man zu sagen 
pflegt, im Blickpunkt des Bewußtseins steht, in hervorragen¬ 
der Weise bedingend für das eine Gefühl dieses Augenblicks 
sei, ist durchaus nicht zu beanstanden. Aber es streitet 
gegen die klaren Tatsachen, wenn behauptet wird, daß das 
eine Gefühl, das bei einem „festlichen Diner“ in dem Augen¬ 
blicke sich findet, in dem die Aufmerksamkeit z. B. auf 
die Blumen gerichtet ist, nun ausschließlich auch nur durch 
die Blumen bedingt und als das besondere Gefühl demnach 
der an diese Blumenwahrnehmung „gebundene Gefühlston“ 
sei, der auf solche Weise „hervorgezogen“ und „für sich ge¬ 
nossen“ werde, so daß dem gegenüber alles andere Gegen¬ 
ständliche des Bewußtseinsaugenblicks in gar keiner Weise 
für das Gefühl dieses Augenblicks mitbedingend sei. Man 
mache doch einmal den Versuch, dieselben Blumen auf¬ 
merksam zu betrachten, wenn der Lichterglanz etwa durch 
das einfache Tageslicht ersetzt ist, auch die Musik und die 
prächtige Tafelausschmückung fehlt, ob man dann in der Tat 
wieder dasselbe Gefühl, wie bei jenem Diner, als man die 
Blumen aufmerksam betrachtete, habe! Nach meiner Prüfung 
findet sich nach solchem Wechsel des besonderen Gegenständ¬ 
lichen keineswegs eben dasselbe Lustgefühl, wie in dem 
früheren Falle. Aber nicht weniger selbstverständlich ist 
auch das Lustgefühl bei dem „festlichen Diner“ ein anderes, 
wenn die Aufmerksamkeit sich auf die Blumen, und ein 
anderes, wenn sie sich auf die Musik oder auf das heitere 
Gespräch richtet, und dieses Anderssein des zuständlichen 
Bewußtseins ist trotz gleichbleibendem besonderem Gegebenen 
als Bestimmtheitsbesonderheit des gegenständlichen Bewußt¬ 
seins in den verschiedenen Augenblicken hier durch die ver¬ 
schiedene Stellung des einzelnen besonderen Gegenständlichen
	        

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