Full text: Zur Lehre vom Gemüt

Zur Lehre vom Gemüt. 
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Ganzen gelten lassen, daß Affekt „der gewaltsamere, aber 
schnell verlaufende“, Stimmung „der schwächere, aber nach¬ 
haltigere Zustand“x) sei. Es darf aber nie übersehen werden, 
daß gerade das „Gefühl“, das wir Affekt nennen, sich durch 
die Klarheit der Vorstellung, die hier „maßgebendes“ Gegen¬ 
ständliches ist, ausnahmslos auszeichnet, während in der 
Stimmung die Unklarheit ihres Gegenständlichen ebenso aus¬ 
nahmslos sich feststellen läßt. 
Eine Einteilung des besonderen „Gefühls“, das wir 
Affekt nennen, würde ihren Einteilungsgrund in dem, was 
dieses „Gefühl“ vor den anderen als besonderes auszeichnet, 
suchen müssen; die Affekte in angenehme und unangenehme, in 
fröhliche und traurige, in sthenische und asthenische, in rüstige 
und schmelzende, entbindende und beschränkende, excitierende 
und deprimierende, aktive und passive2) ein teilen, heißt nur 
eine Einteilung, die für das „Gefühl“ überhaupt gilt, auf dieses 
besondere „Gefühl“ anwenden. Die besondere Einteilung der 
Affekte könnte also nur an das unterscheidende Stück, die große 
Intensität der Körperempfindung, anknüpfen, aber dieses als 
solches gibt keinen Anhalt zu einer Gliederung der Affekte, 
daher ist auch der Versuch einer besonderen Einteilung 
dieser starken besonderen „Gefühle“ ein fruchtloser. 
3) a. a. 0. S. 62. 
*) s. Nahlowsky a. a. 0. S. 258.
	        

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