Full text: Zur Lehre vom Gemüt

Zur Lehre vom G-emüt. 
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zeichneten, das zwar auch hochgradiges Gefühl als sein 
Zuständliches, aber doch nur schwache Körperempfindung als 
sein „begleitendes“ Gegenständliches hat (s. S. 98f.), also nur 
nach dem hohen Grade seines Gefühls, nicht aber auch, wie 
der Affekt, nach der großen Intensität seiner Körper¬ 
empfindung ein starkes „Gefühl“ heißt. Wir haben ferner 
erkannt, daß in allem „Gefühl“ die ihm zugehörende „Körper¬ 
empfindung“ zwar von dem „maßgebenden“ Gegenständlichen 
abhängig ist, daß aber diese Körperempfindung doch nicht 
nur von dem „maßgebenden“ Gegenständlichen bedingt ist, 
sondern auch von der durch die Entwicklung insbesondere mit¬ 
bedingten augenblicklichen Beschaffenheit einerseits des 
besonderen Bewußtseins, andererseits des besonderen 
Körpers, in dem die „Veränderungen“, die den Körperempfin¬ 
dungen zugrunde liegen, auftreten. Es bleibt nun noch übrig, 
die Behauptung, daß ein Affekt in ein anderes „Gefühl“, und 
ein anderes „Gefühl“ in einen Affekt „übergehen“ könne, zu 
prüfen. Das „andere“ Gefühl, das hier gemeint ist, soll selbst¬ 
verständlich ein „verwandtes“ d. h. in dem „maßgebenden“ 
Gegenständlichen und in der Art des Gefühls (Lust oder Un¬ 
lust) gleiches „Gefühl“ sein, das nur in der Intensität der 
„begleitenden“ Körperempfindung und damit auch in dem 
Grade der Lust oder Unlust als schwächeres „Gefühl“ sich 
bietet. Ausgeschlossen ist dabei von vorn eherein, was auch 
ohne Weiteres einleuchtet, daß ein Affekt in ein „verwandtes“ 
starkes „Gefühl“, das nur durch die Schwäche der Intensität 
des begleitenden Gegenständlichen sich unterschiede, „über¬ 
geht“, was ja gegen den Satz „gleiche Ursache — gleiche 
Wirkung“ verstieße. Ist dieses also ausgenommen, so läßt 
sich gegen die Behauptung nichts einwenden, daß für jeden 
Affekt ein verwandtes anderes „Gefühl“, und für jedes „Ge¬ 
fühl“ mit schwacher Körperempfindung ein „verwandter“ Affekt 
eintreten könne. Diese Möglichkeit setzt aber voraus, daß 
entweder das Bewußtsein in seiner gegenständlichen Bestimmt¬ 
heit sich zwar ändere, aber doch dasselbe Gegenständliche als 
„maßgebendes“ auch in dem anderen Augenblicke habe, oder 
daß der Körper in seinem Zustande sich ändere, oder aber, 
daß sowohl die erste als auch die zweite Veränderung ein¬
	        

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