Full text: Gedanken

auf die Härte, heroisch im Dulden, hart im 
Wollen, die Klage verachtend, die Ergebung 
nicht kennend. 
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Wer Geschichte nicht erlebt, wie sie wirklich 
ist, nämlich tragisch, vom Schicksal durch¬ 
weht, vor dem Auge der Nützlichkeitsanbeter 
also ohne Sinn, Ziel und Moral, der ist auch 
nicht imstande, Geschichte zu machen. . .. 
Das Leben des Einzelnen ist niemand wichtig 
als ihm selbst: ob er es aus der Geschichte 
flüchten oder für sie opfern will, darauf kommt 
es an. 
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Das ganze Leben ist Politik, in jedem trieb¬ 
haften Zuge, bis ins innerste Mark. Was wir 
heute gern als Lebensenergie (Vitalität) be¬ 
zeichnen, jenes „es“ in uns, das vorwärts und 
aufwärts will um jeden Preis, der blinde, kos¬ 
mische, sehnsüchtige Drang nach Geltung und 
Macht... ist es, was überall unter höheren 
Menschen als politisches Leben die großen 
Entscheidungen sucht und suchen muß, um 
ein Schicksal entweder zu sein oder zu erlei¬ 
den. Denn man wachst oder stirbt ab. Es gibt 
keine dritte Möglichkeit. 
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