Full text: Gedanken

19 
Der Charakter eines Volkes ist das Ergebnis 
seiner Schicksale. Nicht das Land, das Klima, 
Himmel und Meer, auch nicht die Rasse, das 
Blut bringen ihn letzten Endes hervor. Das ist 
nur der Stoff, aus dem die Schläge der geschicht¬ 
lichen Wirklichkeit eine Form schmieden. 
Von der Geschichte sind es mehr die Leiden 
als die Erfolge, welche den Charakter bilden. 
20 
Man entgeht dem Schicksal nicht, wenn man 
die Augen schließt, es verleugnet, bekämpft, 
vor ihm flüchtet. Das sind nur andere Arten 
es zu erfüllen. Ducunt volentem fata, nolen- 
tem trahunt. 
21 
Das Einmalige, Unwiderrufliche, Niewieder¬ 
kehrende alles Geschehens ist die Form, in 
weicher das Schicksal vor das menschliche 
Auge tritt. 
22 
Zufall ist das Deutlich werden des Schicksals, 
das dem menschlichen Denken sinnlos er¬ 
scheint, nicht in „Systeme“ paßt. 
6
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.