Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

in  mir  und  dazu  noch  vieles  Proletenhafte  mehr.  Auch  hier  war  die  bis  dahin  kaum
gehörte  Vokabel  „antiautoritär“  in  aller  Munde.
Umso  dankbarer  war  ich  dann,  im  Frühjahr  zum  1.  April  1969  mit  der  Familie
nochmals  zur  „Gastdozentur“  nach  Rom  für  ein  zweites  Arbeitsjahr  aufbrechen  zu
können,  ln  den  nächsten  Monaten  hatte  ich  somit  die  Möglichkeit,  mich  weiter  in
die  Adelsgeschichte  Italiens  während  des  9.  bis  11.  Jahrhunderts  einzuarbeiten  und
dazu  den  zweiten  Teil  meiner  Habilitationsschrift  „Die  Anfänge  des  Hauses  Habsburg-Lothringen“
  in  Druck  zu  bringen.  Auch  sandte  ich,  als  ich  vom  Freiwerden
der  Professur  für  Mittelalterliche  Geschichte  an  der  Universität  Würzburg  erfuhr,
ein  Bewerbungsschreiben  dorthin.  Doch  fast  gleichzeitig  erhielt  ich  die  Nachricht,
dass  ich  in  Düsseldorf  an  der  dortigen  Universität,  die  gerade  aus  einer  Medizinischen
  Akademie  heraus  entstand,  ohne  dass  ich  mich  dort  beworben  hatte,  auf  dem
ersten  Listenplatz  für  die  neu  einzurichtende  Professur  für  Geschichte  des  Mittelalters
  stünde.  So  kam  es  dann,  dass  ich  nach  Würzburg  zu  einem  Vorstellungsvortrag
eingeladen  wurde,  diese  Fahrt  aber  auch  mit  der  Weiterfahrt  nach  Düsseldorf  verbinden
  konnte,  um  dort  Gespräche  über  die  „Rufannahme“  zu  führen.  Da  mir  in
Düsseldorf  nur  14  Tage  Bedenkzeit  gewährt  wurden,  habe  ich  schließlich  am  4.
August  1969  meine  Zusage,  nach  Düsseldorf  zu  kommen,  unterschrieben.
Und  so  konnten  wir  Ende  September  1969  -  frohgemut  und  mit  voll  gepacktem
Volkswagen  -  von  Rom  nach  Saarbrücken  zurückkehren,  um  dieser  Stadt  und  ihrer
Universität,  an  die  ich  noch  heute  gern  zurückdenke,  ein  dankbares  Lebewohl  zu
sagen  und  den  Umzug  nach  Düsseldorf  einzuleiten.

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