Eine Lothringen-Exkursion anno 1967
Wolfgang Läufer
Bildbericht
Vom 27.-30. September 1967 fand in der Saarbrücker Kongresshalle eine gemeinsame
Tagung der „Westdeutschen Arbeitsgemeinschaft für Landes- und Volksforschung“
und des „Arbeitskreises für landschaftliche deutsche Städteforschung“
statt. Thema waren „Landes- und stadtgeschichtliche Grundfragen im Raum von
Maas, Saar und Mittelrhein“ Die Organisation lag in den Händen der „Kommission
für Saarländische Landesgeschichte und Volksforschung“, genauer in denen
der Vorsitzenden, Frau Prof. Dr. Edith Ennen (f), und des Geschäftsführers und
Landesarchivars Dr. Hans-Walter Herrmann. Die gemeinsame Tagung war damals
für beide Veranstalter ein Novum und stellte für die Kommission sicherlich eine
besondere Herausforderung dar; sie war aber ein Gewinn für die Geschichtsforschung
unseres Raumes. Das Teilnehmerverzeichnis umfasste 64 Namen, darunter
in großer Zahl führende Vertreter der Landes- und Stadtgeschichtsforschung, auch
der französischen, luxemburgischen und belgischen Nachbarschaft.
Zum Programm der Tagung gehörten am Freitagnachmittag eine Exkursion in
die erst wenige Jahre zuvor ergrabene römische Siedlung Schwarzenacker bei
Homburg und am Samstag, 30. September 1967, eine Exkursion nach Lothringen,
abseits der üblichen Reisewege. Beide Exkursionen waren von Herrmann vorbereitet
worden, der in Lothringen auch die Führung übernahm1 2. Zusammen mit Mitarbeitern
an Ennens Saarbrücker Lehrstuhl und mit anderen Doktoranden konnte ich
an der Tagung und auch an den Exkursionen teilnehmen. Besonders angetan war
ich von der Möglichkeit, so vielen bekannten Landes- und vor allem Stadthistorikern
zu begegnen. Bei der Lothringen-Fahrt nutzte ich die Chance, einige von
ihnen zu fotografieren (wie üblich waren nicht alle Teilnehmer auch bei den Exkursionen
dabei)3. Mein Interesse galt also den Teilnehmern, nicht den Kunstdenkmälern
der besuchten Orte. Die Fotoserie hat sich in meinem privaten Album
erhalten. Sie stellt keine Auswahl aus einer Vielzahl von Aufnahmen dar, wie man
sie heute im Zeitalter der digitalen Fotografie leicht vornehmen kann. Beim Betrachten
der Bilder wird mir nochmals bewusst, dass ich mich seinerzeit als Fotograf
zurückgehalten habe und mich oftmals auch scheute, näher an Personen heranzugehen.
Die Serie dürfte als Dokument aus der Geschichte der Kommission von
Interesse sein.
1 Ein umfangreicher Bericht über die Tagung, zusammengestellt von Edith Ennen, ist in
den Westfälischen Forschungen erschienen (Bd 22, 1969/70, S. 7-62). Er enthält die gekürzten
Fassungen bzw. Resümees der Referate von H.-W. Herrmann, E. Hlawitschka,
E. Ennen, E. Maschke, F. Himly, G. Engelbert, G. Droege, P. Berghaus und J.
Schneider, dazu die Niederschriften der Diskussionen.
2 Die erwähnte Tagungspublikation enthält auch ausführliche Berichte über diese Exkursionen
(S. 57-62), für die Lothringen-Fahrt auch eine Skizze der Route (S. 61, mit
falschem Datum).
3 Leider konnte ich nicht alle Teilnehmer identifizieren, auch bei einigen nicht angeben, ob
bereits verstorben.
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