schaftlichen Ausbildung von Geschichtsstudenten eine nicht geringe Rolle. Unter
diese Soft Skills oder Schlüsselqualifikationen fallen im „digitalen Zeitalter“ auch
Präsentationstechniken, insbesondere die Präsentation von Arbeitsergebnissen mit
Hilfe Neuer Medien. Das gilt insbesondere dann, wenn historische Forschung adäquat
einer breiten Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Studierende der Geschichtswissenschaften
an der Universität des Saarlandes hatten schon häufiger
Gelegenheit, ihre Arbeitsergebnisse aus Veranstaltungen einer regionalen Öffentlichkeit
in Form von kleinen Ausstellungen zu präsentieren. In Zusammenarbeit
mit den Leitern regionaler saarländischer oder auch pfälzischer Ausgrabungen und
Museen konnten mehrere Projekte realisiert werden.
So hatten Studentinnen und Studenten 2003 die Aufgabe, einer breiteren Öffentlichkeit
grundlegende Informationen zur römischen Numismatik vor allem mit Hilfe
von selbst gestalteten Postern und originalen saarländischen Fundmünzen in einem
Ausstellungsraum des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken
zu vermitteln. 2007 erstellten Studierende für eine Präsentation zur „Kindheit in
der Antike“ in der Römischen Villa Borg eine kleine Begleitbroschüre, die auch in
französischer Sprache angeboten wurde. Sie recherchierten antikes Kinderspielzeug
in saarländischen Ausgrabungen, waren selbst für den Leihverkehr zuständig
und boten zur Ausstellung ein spezielles Programm für Kinder an.
Mit Schülern aller Schulformen kann Internet-Recherche zu regionalgeschichtlichen
Themen gezielt eingesetzt werden. Diese Arbeitsform ist besonders fruchtbar,
wenn fächerübergreifend an einem Thema gearbeitet wird. Als Beispiel dafür
mag ein Projekt mit Schülern der Klassenstufe 9 dienen, das 2008 im Rahmen einer
universitären Veranstaltung gemeinsam von Lehramtsstudenten der Universität
des Saarlandes, dem Landesmuseum Birkenfeld und Geschichts- und Chemielehrem
der heutigen „Realschule plus Birkenfeld“ veranstaltet wurde. Im Mittelpunkt
stand dabei die Entwicklung der Eisenverhüttung im engeren und weiteren
Umkreis von Birkenfeld von der Antike bis in die Moderne. Zunächst wurde das
Thema altersgemäß historisch erarbeitet. Im Computerraum der Schule konnte zum
Thema auf der Basis vorgegebener Webseiten recherchiert werden. Die Einführung
in die chemischen Prozesse bei der Eisenherstellung fand auch im Experiment
statt, und die Schüler konnten interaktiv am Bildschirm selbst versuchen, Eisen oder
Stahl herzustellen. In einem praktischen Teil gelang es ihnen zusammen mit
ehrenamtlichen Helfern, die darin bereits Erfahrung im Keltischen Ringwall von
Otzenhausen gesammelt hatten, im Vorhof des Museums einen Rennofen nachzubauen
und in Betrieb zu nehmen. Obwohl es nicht möglich war, die erforderlichen
Temperaturen über längere Zeit zu halten, konnte immerhin etwas Luppe erzeugt
werden. Einen Eindruck von der modernen Stahlherstellung vermittelte abschließend
eine Exkursion mit Besichtigung der Dillinger Hütte.
In diesen Projekten diente das Web in erster Linie als Möglichkeit, Regionalgeschichte
über Recherche in Museen und Archiven zugänglich zu machen und Informationen
zu Denkmälern oder „Erinnerungsorten“11 12 zu sammeln1“. Der Nutzer
war in erster Linie Konsument. Mit dem „Web 2.0“, einem Schlagwort, das sich
11 http://www.memotransfront.uni-saarland.de/ (3.1.2012).
12 Über das Saarland hinaus versucht das die vom Institut für Geschichtliche Landeskunde
an der Universität Mainz e. V. betriebene Website http://regionalgeschichte.net/ (3.1.2012).
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