schritt in der Präsentation der bedeutendsten Ausstellungsstücke Völklinger Industriekultur.
„Asterix und die Kelten“, die jüngste Ausstellung des Weltkulturerbeteams um
Grewenig haben sich in die fast maschinenfreie südöstliche Hallenhälfte zurückgezogen.
So kann die zweigeteilte Nutzung der Halle dauern bis zum Zugewinn
von Ausstellungsflächen im noch zu renovierenden Kraftwerk 1. Dann allerdings
sollte die Halle nur noch Schauraum der Maschinen sein, das große Spielpodest
über den gusseisernen Fundamenten abgebauter Maschinen nur noch temporär für
Theater, Musik und Vortrag genutzt.
Erstaunlich und erfreulich zu erleben, was in den letzten Jahren geleistet wurde:
Zu einem neuen, durchaus „repräsentativem“ Haupteingang der Gebläsehalle
ausgebaut wurde das Schraubenverdichterhaus, südöstlicher Annex der Halle. So
kann endlich die störende Red Box abgebrochen werden. Denkmalrechtlich nie genehmigt,
doch unabweisbar notwendig zur ersten großen Ausstellung „Prometheus“
eingerichtet, steht sie jetzt fast 3 5 Jahre - zu lang.
Fertig gestellt sind die Sanierungsarbeiten an der Gichtbühne der Hochofenzeile
1-6, bis auf Kleinigkeiten abgeschlossen die Sanierung der Sinteranlagen bis hin zu
den aufsitzenden, für das Erscheinungs- und Funktionsprofil wichtigen Kästen der
Elektro-Filteranlagen, saniert die Kohletürme aus Stahl (1899) - in Deutschland
der älteste noch erhaltene - und Beton (30er Jahre) der Kokereien. Nicht gänzlich
gelungen ist der Ausbau des Erzbunkers zu einem mit der Stadt Völklingen gemeinsam
bewirtschafteten Schauraum: mit seiner neuen Höhe durchbricht er das
alte Niveau des Erzgleises. Züge also werden in die Sinteranlage nicht mehr einfahren
können. Schade, sollte dort doch ursprünglich das rollende Material des
Hüttenverkehrs präsentiert werden.
Erfreulich und höchste Zeit, dass man jetzt mit der Sanierung der kontaminierten
Trockengasreinigungen beginnt. Die Instandsetzung des benachbarten
Kraftwerk I soll folgen, sobald zwischen der Saarstahl mbH und der Weltkulturerbe
Gesellschaft oder dem Saarland strittige Grundbesitzfragen geklärt sind. Viel
Zeit hierzu bleibt nicht mehr: Die Halle ist stark baufällig. Fiele sie zusammen, begrübe
sie unter sich eine vor mehr als 15 Jahren zwischengelagerte, sehr wertvolle
Walzenzugmaschine des Völklinger Stahlwerks. Im übrigen repräsentiert die Halle
mit Resten des eingeschlossenen Puddelwerkes den ältesten Teil der Hütte.
Dem Komfort der parkenden Gäste dient der endlich asphaltierte Parkplatz hinter
dem Wasserhochbehälter - versuchsweise farbig ausgelegt mit den Grundrissen
der dort leider zu früh abgebrochenen Kohlewertstoffbetriebe.
Apropos Besucher:
Nach Auskunft von Peter Backes, diplomierter Soziologe und Mitarbeiter am
Weltkulturerbe Völklinger Hütte, haben im Jahre 2011 rund 400.000 Besucher die
Hütte und die große, wunderbar bestückte „Kelten“-Ausste!lung und ein Stück der
Stadt Völklingen gesehen.
Das „Wünschen“ also hat geholfen und die Zuversicht bestätigt, mit der das
Staatliche Konservatoramt und der Landesdenkmalrat die Hütte 1987 und 1988 unter
Denkmalschutz stellte, um sie wenig später — 1992/93 - zur Aufnahme in die
Weltkulturerbeliste zu empfehlen: das erste „reine“ Industriedenkmal Deutschlands
auf den Listen der UNESCO.
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