Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

Das  Kraftwerk  1  soll  Keimzelle  eines  zunächst  saarländischen  Museums  für
Stahl  und  Eisen  werden  und  außer  Dienst  gestellte  Großmaschinen  wie  z.B.  die
Walzenzugmaschine  5  aufnehmen.  Das  Museum  kann  in  die  anschließend  bereits
geräumten  Flächen  der  ehemaligen  Walzstraßen  hineinwachsen.  Räume  für  wissenschaftliche
  Arbeits-  und  Laborzentren  für  die  Forschung  finden  sich  zunächst  in
den  Montagewerkstätten  B  26  unter  und  neben  der  Trockengasreinigung  3.  Auch
sie  können  wachsen.  Die  Flächen  zwischen  den  Kokereien  1  und  2  und  dem  verlängerten
  Museumskomplex  Kraftwerk  1  sollten  Freilichtveranstaltungen  Vorbehalten
  bleiben.  Alle  anderen  Flächen  sollen  auch  in  Zukunft  Saarstahl  dienen.
Ein  neues  Torhaus  zur  Gesamterschließung
Am  Völklinger  Platz,  vor  der  Gebläsehalle  -  bisher  und  auch  weiterhin  Busbahnhof
  -  könnte  westlich  der  Rathausstraße,  unmittelbar  vor  der  Bahnunterführung
  ein  gläsernes  Torhaus,  gespannt  als  schmaler  messerscharfer,  gläserner  Riegel
zwischen  die  in  die  Hütte  abzweigenden  Kohle-  und  Erzgleisbrücken  mit  2.000  bis
3.000  qm  Nutzfläche  entstehen.  Dieses  neue  Torhaus  sollte  über  die  Kohle-  und
Erzgleise  mit  Treppen-  und  Rampenabstiegen  zur  Rathausstraße  und  zum
Völklinger  Platz  einerseits  Verbindung  zum  alten  Völklinger  Hüttenbahnhof  aufnehmen,
  andererseits  das  bereits  entwickelte  Wegesystem  auf  dem  Kohlegleis
bedienen.
Das  Empfangsgebäude  des  Hüttenbahnhofs  wird  derzeit  im  Auftrag  der  Stadt
Völklingen  von  der  Hüttenbauhütte  zunächst  provisorisch  instandgesetzt  und  soll
später  eine  besondere  Funktion  als  Umsteigeplatz  und  städtisches  Informationszentrum
  übernehmen.  Es  vermittelt,  quasi  als  Gelenk,  zwischen  der  Stadtmitte  und
dem  Weltkulturerbe.  Soweit  die  Visionen,  die  in  Teilen  bereits  Realität  werden.
Zur  Praxis  des  Umgangs  mit  dem  Denkmal
Ausgangslage  und  Pflegeinstanzen
Die  Inwert-  und  Instandsetzung  des  Denkmals,  mit  Vehemenz  von  Anfang  an  bis
heute  federführend  vom  Staatlichen  Konservatoramt  „angetrieben“,  begann  im  Mai
1987  mit  der  Öffnung  der  „verbotenen  Stadt“  in  das  Gebläsehaus  für  die  Perspective
  du  théâtre  und  die  Musik  des  20.  Jahrhunderts.  1989  und  1990  wurde  das  Dach
der  Halle  des  Gebläsehauses  mit  Unterstützung  von  Saarstahl  aus  Brüsseler  Mitteln
instandgesetzt.  Eröffnet  wurde  die  Gebläsehalle  1990  mit  einem  studentischen
Workshop  Steelopolis  (Berlin/Saarbrücken)  zur  Zukunft  der  Hütte.  Unter  dem
Namen  Schichtwechsel  (Kulturaktion  Schmitt,  Schön  und  Knich-Walter)  findet  sie
bis  heute  eine  jährliche  Fortsetzung.  Alle  Aktionen  sind  inzwischen  akzeptiert,  gelobt,
  leider  aber  selten  in  gehörigem  Maße  finanziell  ausgestattet.
Um  die  technischen  Voraussetzungen  für  die  Öffnung  der  Hütte  zu  schaffen,  im
Gegenstrom  über  die  Bedürfnisse  der  Besucher  nachzudenken  und  um  uns  den
besonderen  Problemen  der  Pflege  einer  Eisenhütte  als  großtechnische  Anlage  zu
nähern,  initiierte  das  Staatliche  Konservatoramt  ab  1.8.1992  die  bis  heute  nicht
institutionalisierte  Völklinger  Hüttenbauhütte.  Ihr  strukturelles  Vorbild  sind  die
mittelalterlichen  Dombauhütten.  Diese  in  Permanenz  im  Feld  arbeitende  und  Vorschläge
  zur  Entwicklung  vorbereitende  Hüttenbauhütte  entwickelte  sich  aus  einer
Arbeitsgemeinschaft  der  Gesellschaft  für  Beschäftigung  und  Qualifizierung  (GBQ
Völklingen)  -  ihrerseits  eine  Tochter  der  Stahlstiftung,  die  insbesondere  die  Be¬488


            
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