Full text : Historische Blicke auf das Land an der Saar

Abb.  14:  Beschäftigte  bei  Röchling  und  Nachfolgeunternehmen  (1969-1990)

Quelle:  Berichte  über  das  Geschäftsjahr  der  Röchling‘schen  Eisen-  und  Stahlwerke  GmbH
1969-1970;  Geschäftsberichte  der  Stahlwerke  Röchling-Burbach  GmbH  1971-1982;  Geschäftsberichte
  der  ARBED-Saarstahl  AG  1982-1986;  Geschäftsberichte  der  „Saarstahl
Völklingen  GmbH“  1986-1989.
Die  Dillinger  Hütte  war  von  der  Strukturkrise  der  Stahlindustrie  ebenfalls  hart
getroffen  worden  (siehe  Abb.  9),  hatte  aber  unter  anderem  aufgrund  des  frühzeitig
in  den  1950er  Jahren  bereits  begonnenen  Aufbaus  von  Produktionskapazitäten  im
Bereich  Walzprodukte  und  Spezialbleche  eine  vergleichsweise  stabile  Ausgangsbasis
  dafür  geschaffen,  weniger  stark  in  den  Strudel  existenzbedrohender  Abwärtsspiralen
  gerissen  zu  werden79:  schon  1984  stieg  die  Produktion  um  32,5  Indexpunkte
  kräftig  an.  Als  im  weiteren  Verlauf  des  krisenhaften  Strukturwandels,  der  in
den  frühen  1980er  Jahren  auch  Luxemburg  und  die  ARBED  immer  stärker  erfasste
(siehe  Abb.  8),  der  saarländisch-luxemburgische  Stahlverbund  von  Röchling-Burbach,
  Neunkirchen  und  ARBED  wieder  auseinanderbrach  und  sich  die  ARBED  im
Jahr  1986  von  einem  Großteil  ihrer  saarländischen  Beteiligungen  trennte,  wurde
der  Weg  frei  für  eine  Zusammenarbeit  der  Dillinger  Hütte  mit  den  fusionierten
Stahlwerken  in  Völklingen,  Burbach  und  Neunkirchen.  1986  wurde  der  als  „Saarstahl
  Völklingen  GmbH“  firmierende  Verbund  unter  die  industrielle  Führung  der
Dillinger  Hütte  gestellt,  und  schließlich  kam  es  1989  zur  Fusion  der  beiden  Unternehmen
  sowie  zur  Gründung  der  „Dillinger  Hütte  Saarstahl  AG“  (DHS)80.
Die  langanhaltende  Strukturkrise  der  Stahlindustrie,  modifiziert  durch  die  jeweiligen
  konjunkturellen  Einflüsse,  induzierte  insofern  langfristig  einen  Restrukturierungs-
  beziehungsweise  Fusionsprozess  in  der  saarländischen  Stahlindustrie,  der

Die  Verluste  beliefen  sich  1977  auf  30.245.092,92  DM  und  1983  auf  35.177.209,71  DM.
Vgl.  Geschäftsberichte  der  Aktiengesellschaft  der  Dillinger  Hüttenwerke  1977  und  1983.
Vgl.  Lauschke,  Die  halbe  Macht  (wie  Anm.  8),  S.  279.

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