Abb. 13: Ertragszuwächse aller saarländischen Industrieunternehmen (1971-1984)
40
30
20
10
0
-10
%
-20
-30
-40
-50
-60
-70
'71 72 72 73 73 74 74 75 75 76 76 77 77 78 78 79 79 '80 '80 '81 '81 ’82 '82 '83 '83 '84
Quelle: Saarwirtschaft. Zeitschrift der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes
1974/12, 1977/6, 1981/1,1984/7.
Unter Berücksichtigung des rasanten Beschäftigungsabbaus verweist die offensichtlich
branchenspezifisch überdurchschnittlich große Instabilität der Stahlindustrie
auf längerfristige Restrukturierungsprobleme, die nachfolgend differenzierter
thematisiert werden.
3.2 Die Strukturkrise der Stahlindustrie in den saarländischen
Unternehmen
Trotz der sich bereits in den 1960er Jahren in ersten Konturen abzeichnenden
Strukturprobleme wurde den Unternehmensleitungen erst mit dem massiven Einbruch
der Stahlnachfrage seit Mitte der 1970er Jahre klar, dass sich die Branche -
über die konjunkturellen Schwierigkeiten hinaus - in einer nur langfristig zu bewältigenden
Strukturkrise befand68. Weltweit hatte die Branche mit einem während
der Europäischen Nachkriegsprosperität69 erfolgten Aufbau von Überkapazitäten
insbesondere von Massenstahl sowie einer zunehmenden Konkurrenz von neuen
Anbietern auf dem Stahlmarkt zu kämpfen. Problematisch wirkte sich dabei aus,
dass einerseits der bereits in den 1960er Jahren ansatzweise eingeschlagene und zu
einem Beschäftigungsabbau führende Wechsel im Investitionsmuster - hin zu pro¬68
Vgl. Plumpe, Krisen in der Stahlindustrie (wie Anm. 51), S. 71; übergreifend:
Meny/Wright, Politics of Steel (wie Anm. 52).
69 Vgl. Grabas, Nachkriegsprosperität (wie Anm. 12).
472