Abb. 9: Rohstahlproduktion der AG der Dillinger Hüttenwerke (Durchschnitt
1965-1984 = 100)
Quelle: Geschäftsberichte der Aktiengesellschaft der Dillinger Hüttenwerke 1965-1984.
Die Rohstahlproduktion sank 1966/7 um 5 Indexpunkte, 1970/1 um 9 Indexpunkte,
1974/5 um 25 Indexpunkte und 1979 bis 1983 - mit einer kleinen Verschnaufpause
1981 - um 25 Indexpunkte. Jedoch zeigten sich die vergleichsweise
geringeren, wenngleich ebenso krisenhaften Einbrüche weniger stark in den Geschäftsergebnissen.
So geriet die Dillinger Hütte in den genannten Jahren nicht in
die roten Zahlen, lediglich 1977 und 198 3 62. Im Vergleich zu ARBED und Röchling
unterschied sich die Dillinger Hütte durch eine geringere Untemehmensgröße
sowie niedrigere Beschäftigtenzahl und dadurch prinzipiell höhere Entscheidungsflexibilität.
Inwiefern sie diese im Sinne eines bewussten Krisenmanagements im
Zusammenspiel mit einer adäquaten Preisgestaltung einerseits, mit produktivitätserhöhenden
innovativen organisatorischen und technologischen Strategien andererseits,
auch einsetzte und dadurch relativ glimpflich die Krise durchlief, bedarf noch
weiterer Untersuchungen.
Ein ähnliches Profil hatte die kleine, allerdings weit weniger produktionsstarke
Haiberger Hütte im saarländischen Brebach, die von 1971 bis 1980 nicht in die
roten Zahlen geriet' 3, obwohl die Produktion sowohl 1968 sowie 1971 als auch von
der Mitte der 1970er Jahre - nur kurz 1978 unterbrochen - bis 198 1 64 rückläufig
62 Vgl. Geschäftsberichte der Aktiengesellschaft der Dillinger Hüttenwerke 1966-1983.
63 Vgl. Peter Wettmann-Jungblut, Vom Haiberger Werck zu Saint-Gobain Gussrohr. 250
Jahre Eisen- und Gussproduktion in Brebach 1756-2006, Saarbrücken 2006; Geschäftsberichte
Haiberger Hütte GmbH Brebach 1971-1988.
64 Für 1966/67 liegen noch keine veröffentlichten Daten vor. Erst seit 1968 existieren
öffentlich zugängliche Geschäftsberichte, da 1969 eine Publizitätspflicht für die Ge-468