kosten und sinkender Importerz-Frachtraten - langfristig wesentlich effizienteren
Elektro- und Sauerstoff-Verfahren76.
Tabelle 2: Stahlproduktions-Technologien in Saarland und Bundesrepublik 1960-1973*
Verfahren
Saarland
Bundesrepublik
1960
1970
1973
Thomas
74,3%
54,2%
3,0%
Siemens-Martin
22,7%
14,6%
18,0%
Sauerstoff
0,9%
22,9%
67,0%
Elektrisch
2,1%
8,3%
12,0%
’"Angaben in Prozent der regionalen Gesamtkapazität. Quelle: David BüRTENSHAW, Problem
Regions of Europe: Saar-Lorraine, Oxford 1976, S. 17.
Das spezifische Konjunkturmuster der saarländischen Stahlbranche, das sich
anhand verschiedener Indikatoren herausarbeiten und zwecks besserer Vergleichbarkeit
auf der Grundlage indizierter Werte empirisch verifizieren lässt, zeigte sich
mehr oder weniger in allen Stahluntemehmen der Region. So geriet zum Beispiel
das Völklinger Unternehmen „Röchling‘sche Eisen- und Stahlwerke GmbH“
(Röchling) 7 während der deutschen Rezession von 1966/67, nach der weltweiten
Rezession 1974/75 sowie während der Krise von 1981/82 in die roten Zahlen78
Zudem traten die jeweiligen Krisen bei Röchling - ähnlich wie beim luxemburgischen
Stahlriesen ARBED79 - in der Entwicklung der Rohstahlproduktion in
Erscheinung (siehe Abb. 8).
56 Die Umstellung auf das Sauerstoff-Verfahren verlief im Saarland allerdings auch deshalb
so langsam, da sie mit sehr hohen Investitionskosten verbunden war. Vgl. hierzu auch
Hans-Walter Herrmann, Von der Thomasbirne zum Oxygenblasstahlwerk. Bemerkungen
zum Modernisierungsgrad der Saarhütten zwischen 1890 und 1980, in: Ders.,
Rainer Hudemann und Eva Kell (Hg.), Forschungsaufgabe Industriekultur. Die Saarregion
im Vergleich, Saarbrücken 2004, S. 107-147.
57 Der Firmenname des seit dem späten 19. Jahrhundert am Standort Völklingen ansässigen
Unternehmens war von 1896-1971 „Röchling‘sche Eisen- und Stahlwerke GmbH“, von
1971-1982 „Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH“, von 1982-1986 „ARBED-Saarstahl
GmbH“ und 1986 „Saarstahl Völklingen GmbH“. Im Folgenden wird der Name Röchling
verwendet. Vgl. Gerhard Seibold, Röchling. Kontinuität im Wandel, Stuttgart 2001.
8 Vgl. die Berichte über das Geschäftsjahr der Röchling‘schen Eisen- und Stahlwerke
GmbH 1969-1970; Geschäftsberichte der Stahlwerke Röchling-Burbach GmbH 1971,
1975 und 1982.
5y Die ARBED musste 1965/66 einen Rohstahl-Produktionsrückgang von 3 Indexpunkten
hinnehmen. Dazu kamen Minderungen in den Jahren 1970/71 um 5 Indexpunkte, 1974
bis 1977 um 44 Indexpunkte und 1980 bis 1983 um 30 Indexpunkte. Vgl. zur Geschichte
der ARBED übergreifend: Charles Barthel und Josée Kirps (Hg.), Terresrouges.
Histoire de la sidérurgie luxembourgeoise, 2 Bde., Luxembourg 2009-2010; Denis
Scuto, Christophe Knebeler, Belval. Passé, Présent et avenir d’un site luxembourgeois
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